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Portable Freeware


Portable AppsKlassische Anwendungen sind auf eine Installation angewiesen, da erst durch die Installation die jeweilige Anwendung in das Betriebssystem eingebettet wird. Durch diese Form der Integration greifen Betriebssystem und Anwendung direkt ineinander und können dadurch Synergien entfalten. Doch da solche Synergie-Effekte meist nicht sehr stark ausgeprägt sind, kann der Anwender auch darauf verzichten und im Gegenzug eine größere Flexibilität einfordern. Denn wenn eine Anwendung nicht ins Betriebssystem eingebunden wird, kann man sie auch bequem auf einen mobilen Datenträger verfrachten und mit sich führen.

Solche ungebundenen Anwendungen sind zahlreich vertreten und ermöglichen es dem Anwender in vielen Bereichen des EDV-Lebens mobil zu bleiben. Auf dieser Seite wollen wir Ihnen die Wichtigsten vorstellen. Und da sie oftmals nicht viel Platz benötigen, empfiehlt es sich, die ein oder andere auf dem eigenen USB-Stick mitzuführen. So dass man im Falle eines Falles gleich die passende Anwendung griffbereit hat.

Portable Anwendung vs. Portable Anwendung

Auch wenn die portablen Anwendungen sich allgemein darin gleichen, dass sie sich nicht ins Betriebssystem einbetten, gibt es dennoch signifikante Unterschiede bei ihrer Arbeitsweise. So kann man sie fast schon in zwei Haupt-Gruppen unterteilen. Die eine Gruppe der portablen Anwendungen fungiert als anspruchsloses Programm und muss lediglich gestartet werden, um zu funktionieren. Die andere Gruppe benötigt dagegen zusätzliche Ressourcen und ist erst durch diese in der Lage, ihrer Arbeit nachzugehen. Bei diesen Ressourcen kann es sich um eine vorhandene Hardware oder zusätzliche Software handeln. Es können aber auch grundlegende Bedürfnisse sein, wie zum Beispiel ein Zwischenspeicher. Das bedeutet, dass einige portable Anwendungen auch gut von einem schreibgeschützten Datenträger gestartet werden können, wohingegen andere einen beschreibbaren Datenträger vorziehen, auf dem sie temporäre Dateien erstellen können. Bevor man sich also bei portablen Anwendungen festlegt, sollte man prüfen, ob sie auch dem gewünschten Einsatzzweck dienen können. Und zwar vor allem dann, wenn man sie auf einem schreibgeschützten Datenträger unterbringen will.

Lebenserwartung und Datenverlust

Was viele nicht wissen, ist, dass die USB-Schnittstelle eigentlich nur für einen gelegentlichen Einsatz vorgesehen war. Laut Spezifikationen ist daher auch nur von 500 Ein- und Aussteck-Vorgängen die Rede. Doch gerade wenn man einen USB-Stick als mobile Programm-Plattform im Einsatz hat, dürfte dieses Limit schnell überschritten sein. Daher ist anzuraten, die vorhanden Daten regelmäßig zu sichern. Oder die Benutzung so zu gestalten, dass ein Verlust oder Ausfall nicht so schwer ins Gewicht fällt. Beispielsweise, indem man die Anwendungen nur als sekundäre Plattform nutzt. Wer sich jedoch ausschließlich auf seinen USB-Stick verlassen möchte, sollte zumindest qualitativere USB-Stick-Anbieter mit aktuellerer Technik in Betracht ziehen. Denn modernere USB-Sticks bieten nicht nur bessere Leistungswerte beim Schreiben und Lesen, sondern auch eine verbesserte Ausfall-Sicherheit, eine höhere Datenintegrität und nicht selten auch eine Verschlüsselung der abgelegten Daten und Anwendungen. Und nicht zuletzt auch eine höhere Qualität bei der Fertigung und den Materialien, die das Limit von 500 Ein- und Aussteck-Vorgängen weiter streckt.

Ähnliches gilt beim Einsatz einer CD oder DVD, falls diese als portabler Datenträger oder Notfall-CD herhalten muss. Sie sind nicht für die Ewigkeit geschaffen und neigen auch dazu, im ungünstigsten Moment verloren zu gehen. Da Rohlinge sehr preiswert sind, sei hier angeraten, nicht nur eine, sondern besser gleich zwei Datenträger zu erstellen. So hat man immer einen vorrätig, wenn man den anderen an Freunde und Bekannte verliehen hat.



Portable Anwendungen


Audacity ist ein Audio-Editor und -Recorder mit zahlreichen Funktionen, der klassischerweise als Installations-Version bereitgestellt wird. Doch wenn im Audacity-Verzeichnis ein Unterverzeichnis mit dem Namen "Portable Settings" vorhanden ist, lässt sich das Programm auch von einem mobilen Datenträger aus nutzen. Wer Unterwegs einen CD-Ripper brauchen kann, verwendet hierzu CDex. Die Anwendung ist in zwei Ausführungen erhältlich. Einmal für neuere und einmal für ältere Windows Versionen. Idealerweise sollte man beide mit sich führen, um höchstmögliche Kompatibilität zu gewährleisten.


Als Audio-Player bietet sich der Snow Player an. Neben der Normalen-Version ist er auch in einer Portablen-Version, der sogenannten Tiny-Version, erhältlich, die von USB-Sticks oder CD/DVDs genutzt werden kann. Etwas funktionaler dürfte der XMPlay sein, der auch eine größere Zahl an Formaten unterstützt. Darunter auch Audio-Dateien, die sich in einer komprimierten Datei (ZIP, RAR, ARJ, etc.) befinden. Doch beides sind nur reine Audio-Player. Wer unterwegs auch Videos abspielen möchte, greift zum Media Player Classic. Er ist als einzelne EXE-Datei verfügbar und eignet sich besonders für die Wiedergabe von Video-CDs und DVDs. Wer ein größeres Spektrum an Videos abspielen möchte, greift dagegen zum VLC-Media-Player, der von Haus aus portabel nutzbar ist.


Bei moderneren Betriebssystemen erscheint dies fast schon überflüssig. Dennoch kann es ganz praktisch sein, eine eigene CD/DVD-Brenner-Software mit sich zu führen, die vielleicht etwas mehr Funktionen bietet oder zumindest etwas flexibler zu handhaben ist. Beides trifft auf InfraRecorder zu, der neben der klassischen Installations-Version auch in zwei portablen Ausführung erhältlich ist. Und zwar als 32bit und als 64bit Version. Welche man ruhig beide auf seinem USB-Stick vorrätig halten sollte, zumal sie beide kaum Platz benötigen. Alternativ dazu, wenngleich auch nicht sehr Funktions-stark, bietet sich der DeepBurner Free an, der neben einer Desktop-Version auch als Portable-Version erhältlich ist.


Was bei erstaunlich vielen Systemen fehlt, ist ein brauchbares Pack-Programm. Denn viele Anwender verwenden hier die Gratis-Angebote namhafter Anbieter und erhalten dort meist keine Freeware, sondern nur eine zeitlich limitierte Trial-Software. Es kann daher nicht schaden, sein eigenes Pack-Programm mit sich zu führen. Hier empfiehlt sich ganz allgemein 7Zip, welches den kommerziellen Angeboten in Nichts nachsteht. 7Zip ist dabei in verschiedenen Ausführungen erhältlich, jedoch gibt es darunter keine, die offiziell als Portabel ausgezeichnet wird. Doch daran wollen wir uns nicht stören. Wer 7Zip für Unterwegs benötigt, installiert es einfach auf seinem System und kopiert anschließen den 7Zip-Ordner aus dem Programm-Verzeichnis auf den USB-Stick. Fertig ist die Portable-Version, die auch alle Funktionen bereit stellt. Man darf nur nicht vergessen, dass sich die komprimierten Dateien auf anderen Systemen nicht mittels Doppel-Klick öffnen lassen, sondern über die gestartete 7Zip-Anwendung geöffnet werden müssen.


Nicht nur bei den mobilen Anwendungen ist XnView eine hervorragende Wahl zur Bildbetrachtung und Konvertierung. Denn hier werden in der Tat mehrere Hundert Formate unterstützt, wobei man auch vor kommerziellen Vertretern (z.B. Photoshop oder Coral Draw) nicht halt macht. XnView darf also auf keinem Rechner fehlen und schon garnicht auf einem gut vorbereiteten USB-Stick. Die Installation ist denkbar einfach, denn sie besteht lediglich darin, dass beim ersten Start der Anwendung eine ini-Datei erzeugt wird. Hier wählt man als Speicherort die Option "ini-Datei im Programm-Ordner", wodurch XnView losgelöst vom Betriebssystem fungieren kann. Doch selbst wenn man die falsche Wahl trifft, wird einfach beim nächsten Start an einem anderen Rechner, ausgelöst durch die nicht auffindbare ini-Datei, diese Abfrage erneut durchgeführt.


Browser und Mail-Clients erfreuen sich gerade im mobilen Betrieb einer großen Beliebtheit. Das mag wohl daran liegen, dass diese Anwendungen als Hüter von unzähligen Passwörtern dienen. Und zwar für diverse Internet-Dienste, wie auch für jede angelegte Mail-Adresse. Das können dann schnell mal mehrere Dutzend Passwörter sein, die mit der Zeit noch weiter zunehmen. Doch dadurch dass man die jeweilige Anwendung in ihrer Gänze mit sich führt, muss man sich die kryptischen Zugangsdaten nicht merken. Noch besser ist es, wenn man diese beiden Anwendungen zusammen fassen kann, was in der USB-Edition des Opera-Browsers der Fall ist. Dort steht dem Anwender die volle Funktionalität des Opera-Browsers zur Verfügung, wie man sie als installierte Version kennt. Und wer diese Funktionsvielfalt lieber auf eine CD bannen möchte, für den bietet sich der Opera-Browser für schreibgeschützte Medien an.

Eine ebenfalls gern gesehene Anwendung auf USB-Sticks, wäre der FTP-Client. Denn während ein Browser schon FTP-Funktionalität bietet, um Dateien von FTP-Servern herunter zu laden, sind FTP-Clients mehr darauf ausgelegt, Daten auf einen FTP-Server zu übertragen oder vorhandene Daten zu editieren. Hierzu bietet sich der Filezilla an, der auch ohne Installation auskommen kann und somit von Haus aus Portabel ist.


Wer schon Erfahrung mit OpenOffice.org sammeln durfte, dem wird OpenOffice.org Portable (OOoP) sicher schmecken. Alle die dagegen noch Berührungs-Ängste verspüren und sich lieber an ein Microsoft Office schmiegen wollen, sollten bedenken, dass die Altlasten des OpenOffice.org schon längst abgelegt wurden und diese Anwendung zu einem ebenbürtigen, wenn nicht gar überlegenden, Kontrahenten herangewachsen ist. Abgesehen davon gibt es wohl auch keine Alternativen, denn selbst die freien Portierungen von OpenOffice.org haben sich bisher noch nicht an einer portablen Version versucht. Daher müssen selbst Zweifler in den nicht all zu sauren Apfel beißen und zu OpenOffice.org Portable greifen. Parallel dazu sollte man sich auch Gedanken bzgl. eines PDF-Readers machen. Hier bietet sich der Foxit-Reader an, der dem Adobe Reader kaum nachsteht, sich dafür aber auch auf einen USB-Stick verfrachten lässt.


Was wäre ein USB-Stick ohne Verschlüsselung? Gerade wenn man gedenkt einen Browser und einen Mail-Client vom USB-Stick aus zu nutzen, sollte der Gedanke an eine höhere Datensicherheit nicht fern sein. Dabei müssen zahlreiche Faktoren bedacht werden. Eine Verschlüsselung kostet in jedem Fall Performance. Es gibt hierzu USB-Sticks die eine Hardware-Seitige Verschlüsselung anbieten und somit diese Performance selbst aufbringen. Doch in der Regel sieht es eher so aus, dass der jeweilige Rechner diese Performance bereitstellen muss. Je stärker man also die Verschlüsselung einstellt und je schwächer der jeweils genutzte Rechner ist, desto schleppender gestaltet sich die Arbeit mit dem USB-Stick. In diesem Zusammenhang steht dann der nächste zu berücksichtigende Faktor. Und zwar geht es um die Menge an Speicher, den es zu verschlüsseln gilt. Soll der ganze USB-Stick verschlüsselt werden oder nur ein Teil? Letzteres ist interessant, wenn man die brisanten Daten auf einen kleinen Bereich einschränken kann, während unkritische Anwendungen (wie Programm-Dateien) ungeschützt verbleiben und somit auch keine Performance kosten. Und schließlich noch ein Punkt, den man nicht unterschätzen sollte. Nämlich die Datenintegrität. Ein im falschen Moment aus-gesteckter USB-Stick kann zu einem enormen Datenverlust führen. Normalerweise beschränkt sich dieser nur auf einzelne Dateien und nur selten auf den ganzen Stick. Doch im Falle einer Verschlüsselung kann selbst ein kleiner Schaden zu einem totalen Datenverlust führen. Auch hier sei deshalb zu einer separaten Datensicherung bzw. regelmäßigen Synchronisation geraten, die einen möglichen Störfall zu verschmerzen hilft.

Was nun die Verschlüsselung mobiler Datenträger anbelangt, sei ganz allgemein TrueCrypt aufgeführt. Es gibt zwar viele Verschlüsselungs-Anwendungen und oftmals werden auch mit dem jeweiligen USB-Stick entsprechende Anwendungen mitgeliefert, dennoch sollte man TrueCrypt den Vorzug geben. Zuallererst schon einmal aus dem einfachen Grund, weil TrueCrypt neben Windows auch Mac OS X und Linux unterstützt. Ein mit TrueCrypt verschlüsselter USB-Stick kann also unter verschiedenen Betriebssystemen eingesetzt werden, was bei den mitgelieferten Anwendungen meist nicht der Fall ist. Der nächste Punkt ist, dass TrueCrypt multi-thread-fähig ist. Es nutzt also alle Kerne eines Systems zur ver- und entschlüsselung und bietet somit die höchstmögliche Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus ist TrueCrypt auch ausgereift und erprobt und stellt somit eine solide Plattform dar. Wer noch immer unschlüssig ist, sollte probeweise TrueCrypt mit alternativen Anwendungen vergleichen, um sich selbst ein Bild zu machen, bevor es zu einem produktiven Einsatz kommt. Denn gerade der Einsatz von Verschlüsselungs-Anwendungen sollte gut durchdacht sein.

Für den mobilen Einsatz eigenen sich ganz besonders Anti-Viren-Programme. Vor allem dann, wenn man auf das gewünschte System nicht mehr zugreifen kann. Hierfür bietet Avira die Antivir Rescue System. Es handelt sich dabei um eine ausführbare Datei, die man nach dem Herunterladen startet und welche sich daraufhin auf eine CD brennt. Man erhält auf diese Weise eine Notfall-CD die neben einem bootfähigen Linux auch einen aktuellen Virenscanner beinhaltet. Der befallene Rechner wird schließlich mittels dieser CD gebootet, woraufhin die Antiviren-Software ihren Dienst verrichten kann. Ein ebenfalls sehr brauchbares Tool dürfte Restoration sein. Damit lassen sich gelöschte Dateien wieder herstellen. Jedoch ist diese Anwendung schon etwas in die Jahre gekommen, weshalb es nicht sicher ist, ob sie auch mit den aktuellsten Betriebssystemen einwandfrei funktioniert.