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Laufzeitumgebungen und Frameworks


BetriebssystemDie Mehrschichtigkeit von Betriebssystemen zeigt sich zunehmend häufiger und zunehmend deutlicher. Um beispielsweise auf einfache Art und Weise mehrere Anwendungen Betriebssystem-Übergreifend nutzbar zu machen, erlaubt man diesen Anwendungen am Besten ein eigenes kleines Betriebssystem und spart sich damit die Notwendigkeit, jede einzelne Anwendung separat anzupassen. Auf diese Weise arbeiten beispielsweise Java-Anwendungen, da sie auf einer eigenen Laufzeitumgebung aufsetzen, die im Grunde ein eigenes Betriebssystem darstellt und ihnen als Unterlage dient (Java Runtime Enviroment). So bleiben Java-Anwendung nicht nur unter Windows, Linux und Mac OS X gleichermaßen lauffähig, sondern behalten unter jedem dieser Betriebssysteme das gleiche Aussehen und die gleiche Funktionsvielfalt. Durch eine gemeinsame Laufzeitumgebung sind ähnlich geartete Anwendungen oft auch in der Lage, Ressourcen-schonender zu laufen, da sie sich gemeinsame Komponenten teilen können, statt dass jedes für sich sein eigenes Handwerkszeug mitbringen muss. Doch speziell dieser Punkt variiert von Laufzeitumgebung zu Laufzeitumgebung.

Ganz allgemein kann man zu den Laufzeitumgebungen auch Frameworks zählen, denn sie stellen gegebenenfalls eine Laufzeitumgebung bereit, um die mit ihnen erstellte Anwendungen auszuführen. Sie sind eigentlich mehr ein Programm-Gerüst und bieten oftmals fertige Teil-Lösungen, um die Erstellung der gesamten Anwendung zu beschleunigen. Daher findet man Frameworks auch immer häufiger im Web-Bereich, wo sie als Baukasten-Grundsystem die Erstellung von PHP-, Flash-, und Java-Lösungen vereinfachen (uvm.). Doch dass sind Details die wohl nur der Entwickler bemerkt. Dem Anwender gegenüber zeigt sich kaum ein Unterschied, da Frameworks für die Lauffähigkeit entsprechender Framework-basierender Anwendungen genauso benötigt werden, wie eine reine Laufzeitumgebung für eine Laufzeitumgebung-gestützte Anwendung. Denn in beiden Fällen muss das Fundament vorhanden sein, damit die darauf aufsetzende Anwendung lauffähig ist. Als eines der Bekanntesten wäre das .NET-Framework zu nennen, welches für .NET-Anwendungen benötigt wird. Zum Beispiel beim Einsatz des ATI Catalyst Control Centers, die eine der bekanntesten .NET-Anwendungen darstellt.



Laufzeitumgebungen und Frameworks

Getreu dem Motto: "Wieso selber entwickeln, wenn es schon was fertiges gibt" präsentiert sich das ActionScript Application Framework (ASAP) für Flash-Entwickler mit einer Fülle kleiner Funktionen, die in ihrer Summe die ein oder andere Flash-Lösung zaubern können.

Blueprint  : 

Blueprint ist ein CSS-Framework. Es rückt die Kompentenz des CSS bei Web-Projekten stärker in den Vordergrund, indem es dem Entwickler nicht nur eine umfassende Betreuung sondern vor allem auch eine Optimierung für CSS anbietet. Letzteres erreicht es, indem es die Kompatibilitäts-Defizite der jeweiligen Browser berücksichtigt. Blueprint ist unter anderem auch als CMS Basis-Theme erhältlich. So zum Beispiel für Drupal und für WordPress.

Das Crystal Space Framework bietet gemeinsam mit seiner Entwicklungs-Umgebung und der eigenen 3D-Engine, die Möglichkeit zur Spiele-Entwicklung sowie zur Entwicklung von sonstigen Anwendungen mit 3D-Darstellung. Mit aktuellen Spielen können die Resultate vermutlich nicht konkurrieren, doch dafür ist Crystal Space auch kostenlos.

Die Java Laufzeitumgebung ermöglicht das Ausführen von Java-Anwendungen unter den verschiedensten Betriebssystemen. Die Laufzeitumgebung ist einzeln erhältlich (für Anwender) oder auch als Bestandteil des Java Development Kits (für Entwickler).

Cygwin  : 

Wer mit Bedauern feststellt, dass viele interessante Anwendungen leider nur für Linux und Unix aber nicht für Windows verfügbar sind, der sollte sich vielleicht einmal Cygwin näher ansehen. Hierbei handelt es sich um eine Laufzeitumgebung für Linux-Anwendungen. Oder um präziser zu sein: Linux-Anwendungen lassen sich einfach in Cygwin-Anwendungen portieren, welche dann über die Cygwin-Laufzeitumgebung auf anderen Betriebssystemen (Windows, Mac OS X, etc.) gestartet werden können.

Mono  : 

Mono ist eine freie .NET-Laufzeitumgebung sowie auch eine .NET-Entwicklungsplattform. Sie ist vor allem dafür gedacht, um .NET-Anwendungen auch unter anderen Betriebssystemen lauffähig zu halten (Linux, Mac OS X, etc.) und um .NET-Entwickler die Möglichkeit zu geben, sich von Microsoft zu lösen. Dennoch oder gerade deswegen ist Mono auch für Windows verfügbar.

Das Microsoft eigene .NET Framework. Es wird benötigt, um unter Windows .NET-Anwendungen auszuführen.

Kaum zu glauben, aber Microsoft besitzt eine nostalgische Ader. So bietet man tatsächlich die Visual Basic Runtime Module zum download an. Und zwar zurück bis Visual Basic 3.0 aus dem Jahre 1993. Sie sind für so manch altes Windows-Programm essentiell, benötigen allerdings aber auch ein altes Windows-Betriebssystem.

WINE  : 

Die WINE Laufzeitumgebung ermöglicht es Windows-Anwendungen auf anderen Betriebssystemen (wie z.B. Linux, FreeBSD oder auch Mac OS X) zu funktionieren. Die Kompatibilität ist zwar nicht 100%ig gewährleistet, doch WINE wird zunehmend solider. Das verdankt es auch der Tatsache, dass es neben den eigenen Programm-Bibliotheken auch mit den original Windows-Programm-Bibliotheken ergänzt werden kann (sofern man eine entsprechende Windows-Lizenz besitzt). Tatsächlich ist die Entwicklung soweit fortgeschritten, dass auch schon aktuelle DirectX-APIs unterstützt werden und somit auch neue 3D-Spiele unter WINE lauffähig sind (DX8, DX9, DX10, etc.).

XULRunner  : 

Der XULRunner ist eine Laufzeitumgebung für XUL-Anwendungen (XML User Interface Language). Ein klassisches Beispiel für XUL-Anwendungen sind Firefox, Thunderbird und Songbird, obwohl diese noch ohne eine separate XUL-Laufzeitumgebung auskommen. Für die Zukunft ist jedoch der verstärkte Einsatz einer gemeinsamen Laufzeitumgebung vorgesehen, wodurch XUL-basierende Anwendungen im gemeinsamen Betrieb sehr viel ressourcenschonender arbeiten könnten.