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Instant-Messenger


Instant MessengerIn der Zeit bevor das Internet massentauglich wurde, nutzte man die Telefonleitung dazu, um sich mit seinen PC direkt mit einem Server zu verbinden. Solche Server waren unter der Bezeichnung BBS (Bulletin Board System) bekannt. Man konnte Daten austauschen, dass ein oder andere (textbasierte) Spielchen spielen und vor allem Nachrichten für andere Besucher hinterlassen. Um diesen Nachrichten-Austausch effizienter zu gestalten, boten sich auch Chat-Rooms an. Im Gegensatz zu den üblichen BBS konnte man in solchen Chat-Rooms direkt und unmittelbar miteinander kommunizieren; praktisch ohne Verzögerung. Das Problem war jedoch, dass die BBS sowie die Chat-Rooms, für jeden Anwender eine Telefonleitung bereitstellen mussten. Je mehr Anwender gleichzeitig im System angemeldet sein wollten, desto mehr Telefonverbindungen waren gleichzeitig notwendig. Weshalb die meisten damaligen Systeme selten mehr als eine Handvoll Anwender gleichzeitig betreuen konnten. Und waren alle Leitungen besetzt, mussten die übrigen Interessenten draußen warten, bis eine Verbindung frei wurde.

Im heutigen Internet-Zeitalter ist die Nutzung elektronischer Kommunikationsmittel noch weiter gewachsen. Was sicher auf die zunehmende Anzahl von Anwendern zurück zu führen ist, die dank des Internets 80% der Bevölkerung darstellen. Aber auch die zahlreicheren und flexibleren Kommunikationsformen tragen ihren Teil dazu bei, dass immer mehr Kommunikation elektronisch durchgeführt wird. Sie vereinfachen diese Form der Kommunikation und ebnen ihr damit den Weg. Rückblickend lässt sich erkennen, dass beide damaligen Vorreiter (das Hinterlassen von Kurzmitteilungen über die BBS sowie das direkte Kommunizieren über ein Chat-System) zusammengeflossen sind und sich daraus das aktuelle Instant-Messaging entwickelt hat. So gestatten zwar nicht alle, aber doch die meisten Instant-Messaging Anwendungen, Nachrichten wahlweise direkt zu übermitteln oder (sofern der Empfänger gegenwärtig nicht verfügbar ist) Nachrichten auch für einen späteren Empfang zu hinterlegen. Doch dass ist noch lange nicht alles was heutige Instant-Messenger bieten. Dank breiterer Datenleitungen sowie geringerer Übertragungs-Verzögerungen, ist es mittlerweile auch möglich die Kommunikation auf Sprache und Videos auszudehnen und das zuweilen auch in sehr guter Qualität.

Der große Vorteil dabei ist, dass es trotz aller Vorzüge eigentlich nichts kostet. Die meisten Instant-Messenger wurden schon von Anfang an kostenfrei angeboten. Sie finanzierten sich vornehmlich durch Werbeeinblendungen, was bei vielen bis heute die Haupteinnahmequelle darstellt. Einige boten schon sehr früh auch kostenpflichtige Zusatzleistungen, um sich ein zweites Standbein zu etablieren. So bietet beispielsweise der Anbieter Skype aktuell eine erweiterte Videokonferenz-Option, bei der man sich mit mehreren Teilnehmern gleichzeitig verbinden kann. Seit der Einführung von VoIP (Voice-over-IP, bzw. Internet-Telefonie) verdienen einige Instant-Messenger auch damit Geld, dass sie Gespräche vom PC auch ins Handy-Netz oder ins Festnetz vermitteln. Und dass auch gerne Weltweit. An Einnahmequellen mangelt es daher nicht, weshalb Instant-Messenger wohl auch in Zukunft (in ihren grundlegenden Funktionen) kostenlos bleiben werden.

Die Qual der Wahl

Für gewöhnlich wählte man sich in der Vergangenheit einen Instant-Messenger nicht selbst aus. Viel eher wurde er vom Freundeskreis vorgegeben. Und da jeder große Instant-Messaging-Anbieter ein eigenes Protokoll und somit ein eigenes Netzwerk betrieb, konnte man nur mit dessen eigener Software daran teilnehmen. Wer früher mehrere Instant-Messaging-Dienste nutzen wollte, weil der Freundeskreis über mehrere Dienste verteilt war, sah sich daher gezwungen, entsprechend auch mehrere Anwendungen auf seinem Computer zu installieren und zu betreiben. Was durchaus auch zu Komplikationen führte. Heutzutage ist man bei der Wahl seines Instant-Messengers nicht so stark eingeschränkt. Denn schon seit einiger Zeit haben sich alternative Instant-Messaging-Anwendungen aufgetan, die gleich mehrere Protokolle gleichzeitig unterstützten und damit einen parallelen Zugang zu mehreren Instant-Messaging-Diensten bieten. Einer dieser Multi-Protokoll-Clients ist beispielsweise Miranda IM. Ursprünglich war Miranda dafür gedacht, um lediglich eine Alternative zum ICQ-Client für das ICQ-Netzwerk zu bieten. Mittlerweile unterstützt Miranda aber auch weitere bekannte Instant-Messaging-Protokolle, wodurch es seine Attraktivität weiter gesteigert hat.

Ganz unproblematisch sind solche Multi-Protokoll-Clients jedoch nicht. Denn viele Anbieter von Instant-Messaging-Diensten verdienen nur dann Geld, wenn ihre eigene Software genutzt wird. Bei der Nutzung von fremder Software entfallen die Einnahmen, was den Anbietern gar nicht schmeckt. Aus diesem Grund wird die Nutzung alternativer Anwendungen in den AGBs der Dienste-Anbieter oft untersagt und mittels Anpassungen am Protokoll auch technisch erschwert. Inwieweit es sogar illegal sein könnte, einen alternativen Client zu nutzen, ist bislang nicht geklärt. Offenbar fürchten viele Instant-Messaging-Anbieter, dass eine Klage nur zu einem Boykott ihres Dienstes führen könnte. Wer nämlich anfängt seine Kunden oder auch die Freunde seiner Kunden rechtlich zu verfolgen, braucht sich nicht zu wundern, wenn diese gemeinsam zu einem Konkurrenz-Anbieter bzw. zu einem anderen Instant-Messaging-Dienst wechseln. Und so duldet man stillschweigend diesen Verstoß, in der Hoffnung, dass man diese Anwender früher oder später doch wieder zu der eigenen Anwendung locken kann.

Sicherheit

Mittlerweile lassen sich auch sehr einfach eigene Instant-Messaging-Server aufsetzen, um darauf zum Beispiel ein Firmen-Internes Instant-Messaging-Netzwerk zu betreiben. Einige davon können von großen Instant-Messaging-Anbietern kostenpflichtig lizenziert werden. Wer es jedoch kostenlos mag, findet dagegen in vielen Groupware-Lösungen einen passenden Dienst integriert. Wer aber kein ganzes Funktions-Paket einsetzen will, nur um einen Dienst zu realisieren, der kann sich auch einen XMPP-Server installieren. Hierbei handelt es sich um ein freies Instant-Messaging-Protokoll, dass dezentral und ähnlich einem Mail-Server funktioniert. Für gewöhnlich verbinden sich XMPP-Server zu anderen XMPP-Servern (und sogar auch zu anderen Instant-Messaging-Diensten), um die Anzahl der erreichbaren Benutzer zu maximieren und um damit eine größere Zielgruppe abzudecken. Man kann sie aber auch ein-kapseln, um sie nur für eine eigene Gruppe von Anwendern zu nutzen. Zum Beispiel für einen Verein, eine Firma oder auch nur für einen Freundeskreis. Der Vorteil liegt auf der Hand. Hier bietet sich ein sehr viel höheres Maß an Sicherheit. Keine fremden Blicke, die die Kommunikation überwachen und keine externen Betreiber, die möglicherweise mitlesen. Denn gerade dies ist ein Kritik-Punkt, der vielen großen Anbietern vorgeworfen wird. Und sich bis heute nicht wirklich ausräumen lässt.

Ein hohes Maß an Sicherheit lässt sich aber auch durch andere Maßnahmen erreichen. So bieten einige Multi-Protokoll-Clients eine sehr gute Nachrichten-Verschlüsselung auf PGP-Basis. So dass selbst wenn Nachrichten abgefangen werden, diese für den Betrachter nur kryptische Informationen enthalten. Erst der tatsächliche Empfänger, für den die Nachricht gedacht ist, kann mit dem passenden (PGP-)Schlüssel die Nachricht auch tatsächlich entschlüsseln. Solche Sicherheitsmaßnahmen gibt es auch für die Internet-Telefonie, weshalb auch nach außen offene Systeme, als weitgehend sicher gelten dürfen. Als selbstverständlich darf man dies aber nicht ansehen. Deswegen gilt hier, dass sich er Anwender selbst um das Maß an Sicherheit kümmern muss, dass er sich für seine Kommunikation wünscht.



Instant-Messaging-Clients

AIM  : 

Der AIM (AOL Instant-Messenger) hat sich anfangs nur schleppend weiterentwickelt. Ähnlich wie bei ICQ kamen Änderungen vorwiegend dadurch auf, dass man von der Konkurrenz getrieben wurde. Daher liegt seine beste Zeit lange hinter ihm, obwohl er nach wie vor als einer der bekanntesten und größten Instant-Messenger gilt. Recht spät umgesetzt, verfügt er neben dem klassischen Text-Nachrichten-System mittlerweile auch über Audio- und Video-Telefonie Optionen. Neben Windows und Mac OS X ist AIM dabei auch für zahlreiche Smartphones verfügbar, bietet dort allerdings (noch) keine Sprach- oder Video-Telefonie-Möglichkeiten.

AOL AV  : 

Wer schnell mal eine Video-Konferenz führen möchte, sich aber weder irgendwo anmelden noch eine Software installieren will, für den ist AOL AV genau richtig. AOL AV ist eine reine Web-Applikation, die im Internet-Browser läuft. Sie greift auf das Mikrofon wie auch auf die Webcam des Anwenders zu und ermöglicht es ihm mit bis zu drei weiteren Personen in einer Video-Konferenz einzutreten.

Elite-Freeware

Brosix  : 

Einer der fortschrittlichsten Instant-Messenger ist wohl Brosix. Er ist äußert funktional. Bietet neben Text-Nachrichten auch Sprach- und Video-Chat Funktionen. Besonders hervorstechend sind jedoch seine untypischen Funktionen. Hierzu zählt ein Whiteboard, um mit mehreren Anwendern an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten. Oder die Co-Browsing-Funktion, mit der man gemeinsam im Internet surfen kann. Nicht zuletzt sollte auch die 256bit AES-Verschlüsselung erwähnt werden, mit der man Text-Nachrichten sicher übertragen kann. Kostenfrei ist Brosix jedoch nur für private Anwender. Als Betriebssysteme werden neben Windows, Mac OS X und Linux auch zahlreiche Smartphones unterstützt.

climm  : 

Ein etwas untypischer Instant-Messenger zeigt sich in climm. Diese Anwendung ist neben Linux, Mac OS X und Windows auch für exotischere Betriebssysteme wie AmigaOS, BeOS, Unix und BSD verfügbar. Besonderheiten zeigt climm auch im Hinblick auf den Anwender, den für Blinde oder Gehörlose bietet er alternative Darstellungsformen von Text-Nachrichten und zwar in Form von Sprache oder von Blindenschrift (Braille-schrift).

Gadu-Gadu  : 

Bedauerlicherweise ist Gadu-Gadu ein Instant-Messenger, der nur in polnischer Sprache erhältlich ist. Denn technisch und von den gebotenen Möglichkeiten her ist er sehr weit vorne und könnte sich damit sicher auch International behaupten. Schließlich bietet er neben den klassischen Funktionen auch Sprach- und Video-Kommunikation. Ebenso verfügt er in seiner neuesten Version auch über eine SSL-Verschlüsselung und bietet damit sogar mehr Sicherheit als die meisten anderen Instant-Messenger. Als Betriebssystem braucht die Gadu-Gadu-Software ein Windows, jedoch ist das Gadu-Gadu-Protokoll auch von zahlreichen Multi-Protokoll-Clients erreichbar.

Basierend auf dem Google-Mail-Account kann man Google Talk als Instant-Messenger nutzen. Mit ihm lassen sich Text-Nachrichten verschicken sowie Sprach-Verbindungen aufbauen. Interessant ist dabei der Einsatz des offenen Protokolls XMPP, wodurch sich Google Talk auch anderen XMPP-Netzwerken öffnet. Dadurch bietet es auf lange Sicht unverzichtbare Vorteile gegenüber vielen großen Instant-Messaging-Diensten, die sich mit ihrem Protokoll verschlossen präsentieren. Denn im Gegensatz zu diesen Diensten wächst das Google Talk Netzwerk auch ohne das Zutun seines Anbieters. Dennoch ist Google noch nicht soweit, um gegen Branchen-Größen wie Skype zu bestehen. Gefährlich wird man ihnen jedoch allemal, denn Google soll in Zukunft Dienste kostenlos anbieten, die bei Skype noch für bare Münze gehandelt werden. Um Google Talk zu nutzen, bietet Google selbst einen eigenen Client an, der sich wahlweise als Desktop-Software auf dem Rechner installieren lässt (Windows) oder mittels Plug-In im Internet-Browser gestartet wird (Windows, Mac OS X und Linux).

ICQ  : 

ICQ war kurz vor der Jahrtausendwende einer der Vorreiter, der sich einige Jahre darauf zu einem der größten Instant-Messaging-Anbietern etablierte. Aktuell zeigt sich ICQ eher angeschlagen. Man hatte große Entwicklungen verschlafen und lies daher viele Konkurrenten vorbei-ziehen. Auch der Umstand, dass die ICQ-Software auf viele Anwender kindlich und verspielt wirkt, wertet sie als ernsthaftes Kommunikations-Mittel ab. Verfügbar ist ICQ für Windows, Mac OS X und seit 2011 auch für Linux. Ebenso finden sich mittlerweile auch Apps für die meisten Smartphones und zur Not auch ein Web-ICQ, dass in einen Internet-Browser läuft.

Für Smartphones bietet sich der Kakao Talk Instant-Messenger an. Das interessante bei ihm ist, dass die eigene Handy-Nummer zum identifizieren von Anwendern verwendet wird. Da bereits der ganze Freundeskreis diese Nummer kennt, muss man sie anderen gar nicht mitteilen. Kakao Talk geht sogar soweit, dass es das Telefonbuch des Anwenders nach bereits aktiven Anwendern durchsucht und diese automatisch einbindet. So hat man selbst als neuer Anwender gleich alle seine Kontakte registriert. Aus Datenschutz-Rechtlichen Gründen ist dies natürlich nicht sehr vorteilhaft, schließlich überträgt man all seine Kontakte an ein fremdes Unternehmen (was man unter normalen Bedingungen wohl nicht machen würde). Daher empfiehlt sich Kakao Talk auch nur für Anwender, die mit soviel Freizügigkeit kein Problem haben.

Elite-Freeware

ooVoo  : 

Als Skype-Killer wird die überaus fortschrittliche ooVoo-Software gehandelt. Sie ist nicht nur ein Instant-Messenger sondern vor allem auch ein HD-Video-Konferenz-Tool. Man kann mit ihr nicht nur Anwender erreichen, die ebenfalls die ooVoo-Software nutzen, sondern auch Anwender, die lediglich über einen Internet-Browser verfügen. Denn ein Internet-Browser reicht schon aus, um eine Gegenstelle zu bilden, die den Anruf annimmt. Selbst die kostenlose Ausführung von ooVoo erlaubt darüber hinaus sogar Video-Konferenzen mit mehreren Teilnehmern. Damit greift ooVoo seinen Konkurrenten Skype direkt an, denn Skype bietet Video-Konferenzen mit mehreren Anwendern nur gegen Bezahlung. Weitere Vorteile von ooVoo ist der Umstand, dass es nicht nur für Windows und Mac OS X verfügbar ist, sondern auch für viele Smartphones. Dabei unterstützt es (eine ausreichend große Internet-Bandbreite vorausgesetzt) auch über Smartphone Video-Konferenzen mit gleichzeitig mehreren Teilnehmern.

Elite-Freeware

Paltalk  : 

Bei Paltalk handelt es sich um einen modernen Instant-Messenger, der neben Text-Nachrichten auch Sprach- und Video-Kommunikation unterstützt. Sehr praktisch ist der Umstand, dass bei einer Verbindung nur einer der beiden Anwender über eine installierte Software verfügen muss. Der zweite Anwender kann auch mittels Internet-Browser angebunden sein. Interessant ist auch das Embedded Paltalk, dass sich in eine Webseite einbauen lässt. Auf diese Weise kann man seinen Blog- oder seinen Website-Besuchern schnell und kostenlos eine Video-Chat-Funktion bieten.

Pandion  : 

Wenn man einen klassischen und einfachen Instant-Messenger sucht, landet man unter anderem beim Pandion. Er ist ein textbasierter Instant-Messenger der zur Übertragungssicherheit auch eine Verschlüsslung anbietet. Er basiert auf dem XMPP-Protokoll und findet damit Zugang zu den freien XMPP-Netzen. Lauffähig ist er jedoch nur unter Windows.

Skype  : 

Mit Skype präsentierte sich ein erstmals professioneller Instant-Messenger. Denn schon von Anfang an bot er neben text-basierter auch sprachliche Kommunikation und war damit seinen Mitbewerbern weit voraus. Kurze Zeit später folgte sogar die Video-Telefonie. Mittlerweile kann Skype nicht nur Sprachanrufe in viele Handy- und Telefon-Netze führen, sondern bietet, dank der Vergabe von eigenen Telefonnummern, auch die Möglichkeit selbst aus Handy- und Telefon-Netzen heraus erreichbar zu sein. Darüber hinaus bietet Skype auch eine Anrufbeantworter-Funktion und mittels Software von Drittanbietern auch Fax-Funktionen. Zu Kaufen gibt es auch Skype-Telefone, die sich direkt an den heimischen Router anschließen lassen und den Einsatz eines Computers überflüssig machen. Ebenso gibt es Skype-Telefonanlagen, an die man reguläre Analog-Telefone betreiben kann. Es gibt sogar stationäre Video-Telefone die ausschließlich auf die Nutzung von Skype ausgelegt sind. Und nicht zuletzt sei auch erwähnt, dass auch viele Smartphones in der Lage sind, mit entsprechend guter Internet-Bandbreite, dank Skype ein Video-Telefonat zu führen. Deswegen scheint es so, dass Skype wohl auch in Zukunft eine wichtige Vorreiter-Stellung einnehmen wird. Dennoch muss sich auch ein Anbieter wie Skype warm anziehen, denn gegenwärtig präsentieren sich ständig neue Anbieter, die mit zusätzlichen und vor allem kostenlosen Dienstleistungen den kostenpflichtigen Skype-Diensten zu Leibe rücken.

Spark  : 

Mit Spark erhält man einen recht einfachen Instant-Messenger, der jedoch durch ein wenig mehr Klasse punkten kann. Er ist nämlich einer der wenigen Instant-Messenger, die daran gedacht haben, eine Rechtschreibprüfung zu integrieren. Im privaten Umfeld mag das überflüssig sein, doch bei gewerblicher Nutzung zeigt sich so etwas sehr vorteilhaft. Neben Text-basierter Kommunikation (XMPP), beherrscht er auch VoIP-Funktionalität. Und da er auf Java läuft, kann man ihn praktisch unter jedem Betriebssystem einsetzen. Man kann ihn allerdings auch als Internet-Browser-Plug-in erhalten.

Tencent QQ (oder umgangssprachlich einfach nur QQ) ist vermutlich der größte Instant-Messenger-Dienst der Welt. Offiziellen Angaben zufolge zählt er schon weit über 1.000.000.000 registrierte Anwender. In China dominiert er mit 80% Marktanteilen den gesamten Markt. Wogegen er im Rest der Welt eher nur durchschnittliche Erfolge feiert. Das ist sehr schade, denn Tencent QQ besitzt eine Besonderheit. Und zwar einen integrierten Übersetzungs-Service, der auf Wunsch, einen Text in 50 andere Sprachen übersetzen kann. Auf diese Weise können zwei sich fremdsprachige Menschen, jeweils in ihrer eigenen Muttersprache miteinander kommunizieren. Das gilt natürlich nur für die Text-Nachrichten. Der Video-Chat verfügt verständlicherweise über keine Übersetzungs-Funktion. Erhältlich ist die Software selbstverständlich auch auf Deutsch und lässt sich wahlweise auf Windows oder Mac OS X installieren.

Der Windows Live Messenger (WLM, alias MSN) ist - anders als der Name vermuten lässt - nicht nur für Windows verfügbar, sondern auch für Mac OS X, iOS und für die Spielkonsole XBox 360. Obwohl er sich großer Beliebtheit erfreut, wird er von Datenschützern kritisiert. Zum einen gestatten die AGBs es dem Unternehmen, die Nachrichten seiner Nutzer mit zu lesen. Und zum anderen findet Server-seitig auch eine Zensur der übertragenen Inhalte statt. Und zwar werden dabei Mitteilungen mit Web-Links, die Microsoft für ungeeignet hält, nicht zugestellt. Betroffen sollen dabei nicht nur Web-Links von gefährlichen Webseiten sein, sondern auch Web-Links die zu Konkurrenz-Anbietern wie Google und YouTube führen.

XFire  : 

Speziell für Computerspieler konzipiert, zeigt sich der Instant-Messenger-Service XFire. Mit ihm lassen sich nicht nur regulär Nachrichten versenden, sondern auch Informationen darüber, wer welches Spiel gerade spielt. Auf diese Weise kann man bei Online-Spielen gleich beitreten oder sich mit anderen Spielern anfreunden, welche die gleichen Spiele mögen. Sehr interessant ist auch die Möglichkeit Live-Videos vom gespielten Spiel zu erstellen und diese für andere Spieler auf den XFire-Server hoch zu laden. Damit andere Spieler die Handlung und den Spielfortschritt des Spielers Live mitverfolgen können, ohne direkt anwesend zu sein. Verfügbar ist XFire für Windows sowie für Mac OS X.

Der Yahoo Messenger ist ähnlich wie ICQ ein optisch sehr kindlicher Instant-Messenger, der auch Mini-Spiele anbietet. Damit scheint er wohl eher eine junge Zielgruppe ansprechen zu wollen. Neben den üblichen Text-Nachrichten unterstützt er mittlerweile Sprach- und Video-Kommunikation. Verfügbar ist er als Installations-Version für Windows, wahlweise aber auch als Web-Service sowie als Installations-Version für diverse Smartphones.


Multi-Protokoll-Clients

Adium  : 

Adium unterstützt über 10 geläufige Instant-Messenger Protokolle und kann damit weit über 20 Client-Anwendungen überflüssig machen. Darunter auch kommerzielle wie Novell Groupwise oder Lotus Sametime. Entwickelt wurde er jedoch ausschließlich für Mac OS X und bleibt wohl auch in Zukunft diesem Betriebssystem treu.

eBuddy  : 

Bei eBuddy handelt es sich um ein Web-Interface für die gängingsten Instant-Messenger. Man wählt den gewünschten Instant-Messenger-Dienst und gibt seine Zugangsdaten ein, um sich zu verbinden. eBuddy bietet auch die Möglichkeit (bei Registrierung) sich gleich mit all seinen Instant-Messaging-Diensten gleichzeitig zu verbinden. Auf diese Weise arbeitet eBuddy wie ein Multi-Protokoll-Client, der dabei nicht einmal installiert werden muss, da er komplett im Internet-Browser läuft.

Emphany  : 

Zu den umfangreichen Multi-Protokoll-Clients zählt Emphany. Er unterstützt nicht nur große sondern auch viele kleine und weniger bekannte Instant-Messaging-Dienste, ebenso auch kommerzielle Protokolle von Novell und Lotus. Und dass nicht nur für Text- sondern auch für Sprach- und Video-Kommunikation. Bei den unterstützten Betriebssystemen zeigt er sich dagegen nicht so flexibel. Dort unterstützt er nur Unix, Linux und BSD.

Instantbird ist kein Mozilla Projekt, obwohl der Name schon andeutet, dass hier die Mozilla Laufzeit-Umgebung (XUL-Runner) im Einsatz ist. Diese fand auch schon beim Mail-Client Mozilla Thunderbird sowie beim Internet-Browser Mozilla Firefox Verwendung. Instantbird unterstützt wie die meisten Multi-Protokoll-Clients eine Fülle von Instant-Messaging-Protokollen. Seine eigentliche Besonderheit ist jedoch der Support für Add-ons. Auf diese Weise bleibt das Grundprogramm schlank und lässt sich mit zusätzlich (kleinen wie großen) Funktionen auf das gewünschte Maß erweitern. Erhältlich ist Instantbird für Windows, Linux und Mac OS X.

Jitsi  : 

Ein recht flexibler Instant-Messenger ist Jitsi. Denn er läuft auf Java und ist somit unter praktisch jedem Betriebssystem lauffähig. Er unterstützt die meisten großen Instant-Messenger-Dienste sowie auch das freie XMPP-Protokoll. Darüber hinaus erlaubt er über das offene Session Initiation Protocol (SIP) auch Sprach- und Video-Kommunikation. Er hebt sich von seinen Mitbewerbern ab, weil er für Text-, Sprache- und Video-Kommunikation eine Verschlüsselung bietet. Darüber hinaus erlaubt er für Techniker und Service-Mitarbeiter auch den Zugriff auf den Desktop des gegenüberliegenden Anwenders.

Meebo  : 

Ähnlich wie eBuddy ist Meebo ein Web-basierter Instant-Messenger-Client, der aus einem Internet-Browser aus arbeitet. Er unterstützt verschiedene Instant-Messenger-Dienste und zwar entweder einzeln oder alle gemeinsam. Für letzteres ist eine Registrierung bei Meebo notwendig.

Miranda IM unterstützt als Multi-Protokoll-Client praktisch alle großen Instant-Messenger-Dienste. Läuffähig ist es zwar nur unter Windows, läuft dafür aber auch auf älteren Windows-Betriebssysteme (ab Win95) und unterstützt auch die neuesten 64bit-Windows-Betriebssysteme nativ.

Pidgin  : 

Während sich die meisten Multi-Protokoll-Clients lediglich auf die großen Instant-Messaging-Dienste konzentrieren, zeigt sich der textbasierte Instant-Messenger Pidgin sehr viel universeller. Er unterstützt bereits über 20 verschiedene Dienste und erlaubt auch eine Funktionserweiterung mittels div. Plug-Ins. Als Betriebssystem akzeptiert er Linux, BSD und Windows.

QuteCom  : 

Ursprünglich war QuteCom eigentlich nur eine VoIP-Software die mit verschiedenen SIP-Providern arbeiten konnte. Später kam jedoch auch ein Multi-Protokoll-Client für Instant-Messaging hinzu, der nun sogar viele große Instant-Messaging-Dienste unterstützt. Er läuft wahlweise unter Windows, Mac OS X und Linux.

Elite-Freeware

Trillian  : 

Trillian ist einer der beliebtesten - und auch ältesten - Multi-Protokoll-Clients auf dem Markt. Er unterstützt zahlreiche bekannte Protokolle und bindet sich auch an das offene XMPP an. Eine seiner Besonderheiten ist die Möglichkeit auch Soziale-Netzwerke wie Facebook oder Twitter direkt zu bedienen. Besonders erwähnenswert ist jedoch sein Web-Interface. So ist Trillian zwar unter Windows, Mac OS X und zahlreichen Smartphones installierbar, bietet aber auch das wohl fortschrittlichste Web-Interface für Instant-Messenger. Auf diese Weise lässt sich der Internet-Browser nicht nur als Trillian-Client nutzen, sondern wandelt sich praktisch in eine Art Desktop unter dem man Kommunikations-Fenster öffnen und frei platzieren kann.


Instant-Messaging-Server

ejabberd  : 

Wer einen Server für eine große Anzahl von XMPP-Anwendern bieten möchte, ist mit dem ejabberd gut beraten. Er gilt als zuverlässig sowie stabil und ist unter vielen Betriebssystemen lauffähig. Darunter Windows, Mac OS X und Linux.

Openfire  : 

Bei Openfire handelt es sich um den offiziellen XMPP-Server des Instant-Messengers Spark (obwohl Openfire auch mit anderen Clients und Spark auch mit anderen Servern zusammenarbeiten kann). Openfire läuft unter Java und kann somit auf praktisch jedem Betriebssystem bzw. Server aufgesetzt werden. Empfehlenswert ist er für Unternehmen, die eine interne Kommunikation mit ihm realisieren wollen. Denn er lässt sich von anderen XMPP-Netzen isolieren und ist auch noch einfach zu konfigurieren.

OpenIM  : 

Bei OpenIM handelt es sich um einen klassischen XMPP-Server. Er läuft unter Java und dürfte damit unter diversen Betriebssystemen lauffähig sein. Zur sicheren Daten-Übertragung verwendet OpenIM die SSL-Verschlüsselung.

Prosody  : 

Ein (sehr) einfach aufzusetzender und zu konfigurierender XMPP-Server versteckt sich unter der Bezeichnung Prosody. Er versucht Ressourcensparend zu arbeiten und will erweiterbar sein, doch vor allem hat sich Prosody vorgenommen Neuerungen zu implementieren, die man bei anderen XMPP-Servern vermisst. In wie weit sich letzteres in die Praxis umsetzen lässt, wird sich in Zukunft zeigen. Als Betriebssystem setzt man Windows, Mac OS X, Linux oder BSD voraus.