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Daten-Sicherung, -Wiederherstellung und -Rettung


InternetDie Notwendigkeit einer Datensicherung zeigt sich immer dann am deutlichsten, wenn der Datenverlust bereits eingetreten ist. Ob durch defekte Speichermedien, durch schädliche Software oder auch durch ein Missgeschick des Anwenders. Ein Datenverlust ist das normalste auf der Welt und früher oder später trifft es jeden Anwender. Daher ist es nicht verkehrt, wenn man mit ihm jederzeit rechnet. Doch um gegen einen Datenverlust gewappnet zu sein, genügt es nicht, seine Daten zu sichern. Man muss ein regelrechtes Daten-Sicherungs-Konzept erstellen, dass weit aus mehr Eventualitäten berücksichtigt, als nur den klassischen Datenverlust.

Eine Sicherung sollte regelmäßig erfolgen. Je kürzer die Abstände zwischen den einzelnen Sicherungs-Intervallen, desto aktueller sind die Daten, die man nach einem Datenverlust wieder herstellen kann. Gleichzeitig gilt es zu berücksichtigen, dass auch eine Datensicherung zu einem Datenverlust führen kann. Nämlich dann, wenn durch neuere Daten, ältere Daten überspielt werden. Möchte man einen alten Stand wieder herstellen, ist dieser womöglich längst durch die Datensicherung überspielt worden. Empfehlenswert ist daher eine doppelte Datensicherung. Einmal eine langfristige Sicherung, wo die Daten mit langen Intervallen (6-12 Monate) gesichert werden. Und einmal eine kurzfristige Sicherung, wo die Daten zum Beispiel wöchentlich gesichert werden.

Durch Blitzschlag verursachte Datenschäden sind verhältnismäßig häufig. Betroffen sind dabei nicht nur Systeme, die direkt vom Blitz getroffen wurden. Denn meist genügt es schon, wenn der Blitz in der Nähe einschlägt und durch sein elektromagnetisches Feld die Elektronik des Speichermediums beschädigt. Gefährdet sind alle Speichermedien, in der sich Elektronik befindet. Also nicht nur magnetische Datenträger wie Festplatten, sondern genauso auch USB-Sticks, Flash-Karten und SSD-Laufwerke. Wer daher ohnehin eine doppelte Datensicherung durchführt, sollte vielleicht auf Medien wie DVD oder Blu-Ray zurückgreifen. Sie können auf einem Medium gleich mehrere Gigabyte an Daten sichern und vor indirekten Blitzschlägen besser gewappnet. Unabhängig davon, empfiehlt es sich sowieso verschiedene Datenträger zu verwenden. Denn nicht nur Blitzschläge können einen globalen Datenverlust verursachen. Auch Einbrecher, die nicht nur den Computer, sondern auch die handlichen USB-Sticks und USB-Festplatten gerne mitnehmen, sorgen beim Anwender für lange Gesichter. Optische Datenträger, wie DVDs oder Blu-Rays stehen dagegen nur selten auf der Wunschliste eines Einbrechers. So dass man durch ihre Verwendung zumindest seine Daten retten kann.

Abschließend sollte man auch eine gute Dokumentation und eine eindeutige Beschriftung wählen, um seine Datensicherung übersichtlich zu halten. Dies ist sehr wichtig, denn je mehr Daten es werden, desto unübersichtlicher wird die Verwaltung. Auch eine zunehmende Anzahl an Datenträgern kann dazu führen, dass man nicht sofort den aktuellsten Stand ausfindig macht. Was dann den Sinn und Zweck einer regelmäßigen Datensicherung in Frage stellt. Wer hier gleich zu Anfang ein System einführt, ist im Nachhinein oft froh darüber. Gerade wenn man in älteren Datenbeständen wühlen muss, ist es hilfreich, wenn man sich noch auf sein Verwaltungs-Konzept beziehen kann. Besonders bei Photo- und Video-Sammlungen. Die nach einigen Jahrzehnten durchaus mehrere Terabyte und Millionen von Dateien umfassen können. Sie übersichtlich zu verwalten, erspart einem im hohen Alter viele Mühen. Vor allem aber macht es die gesicherten nutzbar.

Sicherungs-Arten

Bei Daten-Sicherungen unterscheidet man verschiedene Arten und Methoden, die je nach Bedarfsfall mehr oder weniger von Vorteil sind. Die klassische Form der Datensicherung ist eine Komplett-Sicherung aller Daten. Gemeint ist damit entweder eine vollständige Datei-Sicherung, wo nur die einzelnen Dateien gesichert werden und auch einzeln wiederhergestellt werden können. Oder die Erstellung eines kompletten Speicher-Abbilds, wo praktisch der komplette Datenträger gesichert wird und auch komplett wiederhergestellt werden muss. Auf den ersten Blick erscheint somit die Datei-Sicherung sinnvoller, da hier auch einzelne Dateien wiederhergestellt werden können. Aber das erstellen eines kompletten Speicher-Abbilds hat auch seine Vorteile. Denn beim erstellen eines Speicherabbilds werden auch Daten und Informationen (sogenannte Meta-Daten) gespeichert, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind, dennoch notwendig sind. Zum Beispiel bei Systemfestplatten, auf denen ein Betriebssystem installiert ist, welches bei der Wiederherstellung auch wieder als solches funktionieren muss. Doch ganz gleich welche der beiden Methoden man verwendet, stellt die Komplette Sicherung in beiden Fällen eine umfassende, wenngleich auch eine zeitaufwändige Sicherungs-Art dar.

Um alle nachfolgenden Sicherungen schneller abzuarbeiten, nutzt man oftmals die vorangegangene Komplett-Sicherung als Ausgangspunkt. In den folgenden Sicherungen werden dann nur noch die Dateien gesichert, die sich verändert haben oder die neu hinzu gekommen sind. Solche Folge-Sicherungen bezeichnet man als differenzielle bzw. als inkrementelle Sicherungen. Diese beiden Unter-Arten unterscheiden sich im Hinblick auf ihren Bezugspunkt. Differenzielle Sicherungen beziehen sich jeweils auf die letzte Komplett-Sicherungen. Während inkrementelle Sicherungen laufende Folge-Sicherungen sind und sich nicht nur auf eine Komplett-Sicherung beziehen, sondern auch auf die dazwischen durchgeführten inkrementellen Sicherungen. Verständlicher wird das Ganze, wenn wir uns ansehen, wie solche gesicherten Daten wiederhergestellt werden. Bei einer immer wiederkehrenden Komplett-Sicherung ist es simpel. Hier muss einfach nur die letzte Komplett-Sicherung wieder auf den Datenträger aufgespielt werden. Bei der differenziellen Methode, wird die letzte Komplett-Sicherung und darüber (nur) die letzte differenzielle Sicherung eingespielt. Bei der inkrementellen Methode schließlich, benötigt man neben der letzten Komplett-Sicherung auch alle darauf folgenden inkrementellen Sicherungen, die in korrekter Reihenfolge wieder aufgespielt werden müssen.

Soweit die Theorie. In der Praxis zeigt sich, dass gerade bei einfachen Datei-Sicherungen, die inkrementelle Sicherung oft über die Komplett-Sicherung aufgespielt wird. Das heißt, die Datei-Sicherung wird mit der inkrementellen Sicherung teilweise überschrieben. Und zwar jene Teile die sich verändert haben. So entsteht effektiv eine neue Komplett-Sicherung, indem einfach die vorangegangene Komplett-Sicherung mit der inkrementellen Sicherung kombiniert wird. Bei der inkrementellen Speicher-Abbild-Erstellung ist dies dagegen nicht möglich. Weil ein Speicher-Abbild ein geschlossenes System bildet und eigentlich nichts hinzugefügt, geändert oder entfernt werden kann. Daher gibt es eigentlich keine inkrementelle Speicher-Abbild-Erstellung. Viel mehr handelt es sich dabei um eine Speicher-Abbild-Erstellung kombiniert mit einer inkrementellen Datei-Sicherung.

Inkrementelle Datei-Sicherungen sind für den Anwender sehr praktisch und schnell durchführbar (da auch einfach zu automatisieren). Sie schaffen aber zwei Probleme. Wie schon eingangs erwähnt, können Datei-Sicherungen die in einem schnellen Intervall durchgeführt werden, zu einem Datenverlust führen. Und zwar, wenn man mit einer "neueren" fehlerhaft gespeicherte Datei, die "alte" fehlerfreie Datei in der Sicherung überschreibt. Gerade beim Einsatz einer inkrementellen Datei-Sicherung, sollte man daher mehr als nur eine Sicherung praktizieren. Ein weiteres Problem inkrementeller Datei-Sicherungen ist der stetig wachsende Speicherplatz. Dateien, die vom Anwender längst gelöscht wurden, weil er sie nicht benötigt; Oder auch Dateien, die der Anwender in andere Verzeichnisse verschoben hat, bleiben bei inkrementellen Datei-Sicherungen auch weiterhin in dem Ursprungs-Verzeichnis vorhanden. So dass die Sicherung immer weiter wächst. Inkrementelle Datei-Sicherungen gestalten sich daher schon nach einiger Zeit als überladen und undurchsichtig. Sie eignen sich, um vielleicht die ein oder andere Datei wieder herzustellen. Nicht aber für komplette Wiederherstellungen. Wer sich also für inkrementelle Sicherungen entscheidet, sollte diese nach einem gewissen Zeitrahmen erneuern bzw. mit einer neuen Komplett-Sicherung von vorne beginnen.

Zusätzliche Backup-Funktionen

Die Backup-Ansprüche von Firmen reichen oft über das normale Maß hinaus. Weshalb speziell für größere Unternehmen auch intelligentere Lösungen erdacht werden. Erwähnenswert sind sie auch für den einfachen Anwender, da sie vereinzelt auch schon bei normalen Backup-Lösungen anzutreffen sind. Dazu zählt zum Beispiel die Delta-Kodierung. Hierbei handelt es sich um eine Art inkrementelle Sicherung. Anders als bei der klassischen inkrementellen Sicherung werden aber nicht die geänderten Dateien als Ganzes gesichert, sondern tatsächlich nur die Teile einer Datei, die sich geändert haben. Das klingt etwas verstörend und lässt ein Backup weniger real erscheinen, spart aber viel Speicherplatz. Eine weitere Methode ist die Daten De-Duplizierung. Man trifft sie bei zentralen Backup-Systemen an, wo viele Anwender ihre Daten gemeinsam auf einem Backup-Server speichern. Um hier Speicherplatz zu sparen, vergleicht die Backup-Software die gesicherten Dateien aller Anwender und speichert nur die Dateien, die einzigartig sind. Wenn beispielsweise 10 Anwender ein und die selbe Datei (nicht nur vom Namen nach) auf dem Server sichern, dann wird diese tatsächlich nur einmal auf dem Server abgespeichert. Natürlich mit dem Vermerk, dass sie allen 10 Anwendern zugehörig ist. Auf diese Weise spart man sich sogar noch sehr viel mehr Speicherplatz. Man rechnet vor, dass beispielsweise schon bei 100 Anwendern, die eine komplette System-Sicherung durchführen, eine Speicherplatz-Ersparnis von bis zu 90% zu erwarten ist. In eine entgegengesetzte Richtung arbeitet dagegen die Versionierung. Sie überschreibt eine alte Datei-Version nicht mit der neueren, sondern behält beide bei. Auf Wunsch gerne auch mehrere Generationen. Damit wird dem Anwender ermöglicht, auch auf einen älteren Stand der Datei zurückzugreifen.

Für den klassischen Anwender, wie auch für größere Backup-Projekte, sollte man jedoch all diese speziellen Methoden streng hinterfragen. Sie dienen oftmals dazu, gewisse Ressourcen zu schonen. Zum Beispiel Speicherplatz oder Speicherbandbreite. Oder auch um Möglichkeiten zu bieten, die von den meisten Anwendern sowieso niemals genutzt werden. Nur selten können solche zusätzliche Methoden die Qualität eines Backups steigern. Ähnlich verhält es sich auch mit klassischen Funktionen wie der Backup-Verschlüsslung oder der Backup-Komprimierung. Während bei komprimierten Backups die Daten-Integrität sehr viel anfälliger wird und schon kleine Fehler ganze Backups unbrauchbar machen können, stellt man sich mit der Backup-Verschlüsselung oft selbst ein Bein. Nämlich wenn man nach langer Zeit sich an das damals vergebene Passwort erinnern muss. Das soll zwar kein Grund sein, um auf Datensicherheit zu verzichten. Doch sollte man vorher klären, ob diese auch wirklich notwendig ist. Was schließlich für alle gebotenen Backup-Funktionen gilt. Braucht man sie wirklich oder entwickeln sie sich irgendwann zu Stolpersteinen?



Datei-Sicherung und Wiederherstellung

AMANDA  : 

Der Advanced Maryland Automatic Network Disk Archiver ist ein zentrales Netzwerk-basiertes Sicherungs-Konzept für mehrere Computer oder auch für ein ganzes Unternehmen. Das Sicherungskonzept basiert auf einer Client-Server-Lösung. Dabei fragt der Server in regelmäßigen Abständen bei den Clients eine Sicherung ab, die er dann alle gemeinsam zwischenspeichert und anschließend mittels Bandlaufwerk dauerhaft weg-sichert. Der Vorteil an diesem Konzept zeigt sich im geringen Arbeits- und Verwaltungsaufwand. So können die Daten von mehrere Hundert Computer voll automatisch und ohne zu tun der jeweiligen Anwender gesichert werden. Verfügbar ist AMANDA eigentlich für Linux, Unix, Mac OS X und Windows, sofern man sich den Quellcode selbst kompiliert. Doch es gibt auch Drittanbieter, die speziell für Windows einen fertigen Client zur Verfügung stellen.

Mit Areca Backup zeigt sich eine ziemlich umfangreiche Backup-Software. Sie beherrscht leider nur die klassische Datei-Sicherung (keine Speicher-Abbilder), dafür aber diese mit recht umfangreichen Fähigkeiten. So man Anwender könnte sich von ihrem Funktions-Umfang überfordert fühlen. Für Anwender, die jedoch auch ungewöhnliche Datei-Sicherungs-Konzepte realisieren wollen, könnte Areca Backup durchaus das richtige sein. Areca Backup beherrscht Verschlüsselung und Komprimierung, kann Archive auf Wunsch zusammenfügen und gerne auch auf Netzlaufwerke oder FTP-Server sichern. Gedacht ist es vornehmlich für Linux-Anwender, für die es auch zusätzliche Funktionen bereit hält. Doch auch für Windows-Anwender ist eine Ausführung verfügbar.

Elite-Freeware

BackupPC  : 

BackupPC ist eine fortschrittliche und intelligente Backup-Lösung. Sie wurde für größere Unternehmen konzipiert und verwendet daher Methoden wie Delta-Kodierung sowie Daten De-Duplizierung, sofern der Anwender dies wünscht. Sehr hilfreich ist auch der Umstand, dass BackupPC nicht als Client-Installiert wird, sondern als Web-Anwendung von einem Server aus fungiert bzw. konfiguriert wird. Dort lässt sie sich gut automatisieren. So kann sie mittels SMB auf freigegebene Dateien und Netzlaufwerke zugreifen und diese selbstständig auf dem Server sichern.

Elite-Freeware

Mit Cobian Backup erhält man ein gutes Datei-Sicherungs-Programm für Windows. Es setzt sich im Systray fest und führt dort über einen Planer die vorher festgelegten Backups automatisch durch. Dabei versucht es den Anwender möglichst nicht zu stören. Gesichert werden kann dabei nicht nur lokal auf dem Computer bzw. auf zusätzliche Laufwerke, sondern gerne auch auf Netzlaufwerke oder FTP-Server. Darüber hinaus beherrscht Cobian Backup auch Verschlüsselungs- und Komprimierungs-Verfahren. Für den Windows-Privat-Anwender ist es daher oft die erste Wahl.

Duplicati  : 

Duplicati ist ein Datei-Backup-System, dass die Sicherung direkt auf Netzwerk- oder Online-Speicher ablegt. Es unterstützt unter anderem klassische Protokolle wie WebDAV oder FTP, ebenso aber auch kommerzielle Online-Speicher von Amazon, Microsoft und Google. Duplicati arbeitet dabei ausschließlich mit der inkrementellen Methode. Es werden eine oder mehrere Komplett-Sicherungen durchgeführt, die mit inkrementellen Backups aktualisiert werden. Für erhöhte Sicherheit sorgt eine 256bit AES Verschlüsselung. Für eine kurze Übertragungszeit und eines geringen Speicherplatz-Bedarfs hilft eine Komprimierung und auf Wunsch auch ein Filter, der überflüssige Dateien aus der Sicherung ausklammert. Obwohl Duplicati eine .NET Anwendung ist, läuft sie nicht nur unter Windows, sondern dank Mono auch unter Mac OS X und Linux.

Für Firmen mit einem sehr großen Datenaufkommen empfiehlt sich OpenArchive. Hierbei handelt es sich lediglich um eine Archivierungs-Software, die selten genutzte sowie ungenutzte Daten auf Band archiviert. Werden die jeweiligen Dokumente wieder benötigt, stellt die Software das jeweilige Dokument automatisch wieder her. Verfügbar ist die Software für Linux oder wahlweise auch als virtuelle Maschine.

Nur für Privat-Anwender ist TrayBackup kostenlos. Es ist ein solides und ausgereiftes Produkt, dass nicht nur aktuelle 64bit-Windows-Betriebssysteme unterstützt, sondern durch seine Einfachheit auch noch bis hin zum alten Windows 95 lauffähig ist. Die Datensicherung lässt sich sehr gut automatisieren, so dass man hier von einer Backup-Lösung sprechen kann, die man nur einmal einrichten muss, um dann anschließend dauerhaft und fast unbemerkt von ihr zu profitieren. Auf Verschlüsselungs-Maßnahmen wird verzichtet. Die Daten werden auf dem Ziel-Datenträger 1:1 abgelegt und bleiben direkt wieder auslesbar.


Speicher-Abbild-Sicherung und -Wiederherstellung

Elite-Freeware

Bei der Clonezilla Live CD handelt es sich um eine bootfähige Linux-CD, mit der Speicherabbilder von Datenträgern erstellt oder zurück gespielt werden können. Clonezilla Live CD beherrscht darüber hinaus, wie der Name schon andeutet, die Option Datenträger direkt auf andere Datenträger zu duplizieren (klonen). Clonezilla Live CD eignet sich damit hervorragend um ein Speicherabbild einer Systemfestplatte zu erstellen. Das Abbild kann dann auf einen externen Datenträger oder auch auf ein Netzlaufwerk gespeichert werden. Es ist einfach zu nutzen und da es sein eigenes Betriebssystem gleich mitbringt, ist es somit auch Betriebssystem-unabhängig anwendbar.

DriveImage XML ist ein sehr gutes Backup-Programm zur Speicher-Abbild-Erstellung. Bedauerlicherweise ist es ein wenig eingeschränkt nutzbar. So darf die kostenfreie Ausführung nur von Privat-Anwendern genutzt werden. Auch kann die Software nur Speicherabbilder von Windows-Datenträgern erstellen. Im Gegenzug bietet es aber auch große Vorteile. So kann es beispielsweise die Speicher-Abbilder auch während des laufenden Betriebs erstellen. Ebenso kann man einen Blick in erstellte Speicher-Abbilder werfen und von dort auf Wunsch auch einzelne Dateien wieder herstellen. Nicht zuletzt punktet DriveImage XML auch durch den Umstand, dass es die Speicher-Abbilder direkt auf ein Netzlaufwerk sichern kann.

Mit Ghost4Linux (G4L bzw. General Hardware Oriented System Transfer For Linux) lassen sich unter einem Linux-Betriebssystem komplette Speicher-Abbilder von Datenträgern erstellen. Ghost4Linux kann beliebige Datenträger-Formatierungen sichern und somit also auch mit Datenträgern zusammenarbeiten, die unter anderen Betriebssystemen formatiert wurden und genutzt werden. So zum Beispiel auch unter Windows oder Mac-OS-X formatierten Datenträgern. Nutzt man Ghost4Linux auf einer Live-CD oder einem Live-USB, dann ist es nahezu universell einsetzbar. Und da es Sicherungen übers Netzwerk auf Servern speichern und wiederherstellen kann, bleibt es auch sehr flexibel.

Elite-Freeware

ODIN  : 

Mit ODIN (Open Disk Imager in a Nutshell) lassen sich die Daten eines Datenträgers nahezu 1:1 auf einen anderen Datenträger klonen. Es kopiert nur die genutzten Teile, also die tatsächlichen Daten. Die leeren Speicherbereiche werden nicht mitkopiert, wodurch keine absolute 1:1 Kopie entsteht. Der Vorteil ist jedoch, dass größere Datenträger auch auf kleinere Datenträger geklont werden können, sofern die tatsächliche Datenmenge den kleineren Datenträger nicht überfordert. Ein weiterer Vorteil ist, dass ODIN nicht installiert werden muss und daher auch von einem USB-Stick gestartet werden kann. ODIN ist speziell für Windows-Datenträger ausgelegt und unterstützt alle Windows-typischen Dateisysteme.


Daten-Rettung und -Vernichtung

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Bei Darik’s Boot and Nuke (bzw. DBAN) handelt es sich um eine Linux Live-CD, mit der man - durch mehrmaliges Überschreiben - die Daten diverser Datenträger restlos und unwiederbringlich löschen kann. Wie der Name schon andeutet, ist das Konzept sehr einfach. Man muss den erstellten Datenträger einfach nur einlegen und von ihm booten. Anschließend kann der Daten-Schredder seiner Arbeit nachgehen. Dadurch dass Darik’s Boot and Nuke sein eigenes Betriebssystem mitbringt, ist es praktisch auf jedem Computer einsetzbar.

Eraser  : 

Der Eraser ist eine einfach zu bedienende Windows-Anwendung zur sicheren Löschung von Dateien. Sie nistet sich unter anderem beim Windows-Papierkorb ein und bietet dort eine zusätzliche Auswahl, zur Löschung von Dateien. Denn beim klassischen "Papierkorb-leeren" werden die Dateien nicht wirklich gelöscht. Diese Dateien sind nicht mehr für den Anwender sichtbar und ihr Speicherplatz wird für eine neue Verwendung frei gegeben. Dennoch sind sie noch auf dem Datenträger vorhanden. Mit der zusätzlichen Eraser Auswahl kann eine tatsächliche Löschung durchgeführt wird. Die jedoch, je nach Datengröße, auch Zeit in Anspruch nimmt. Parallel dazu kann der Eraser auch als eigenständiges Programm gestartet werden und ganze Festplatten oder deren (vermeintlich) leeren Speicherbereich mehrmals überschreiben. Sehr empfehlenswert ist dies für Datenträger, die vormals im Gebrauch waren und nun verkauft werden sollen.

Elite-Freeware

Ursprünglich war PhotoRec eine Anwendung, die vornehmlich gelöschte Bilder wiederherzustellen versuchte. Mittlerweile beherrscht PhotoRec aber auch anderer Datei-Typen und kann daher sehr viel universeller eingesetzt werden. Besonders hilfreich ist der Umstand, dass PhotoRec zahlreiche Dateisysteme unterstützt und unter alten wie auch unter neuen Betriebssystemen lauffähig ist. PhotoRec wird gemeinsam mit TestDisk ausgeliefert. Diese Anwendung stellt eine gute Ergänzung zu PhotoRec, denn TestDisk kann gelöschte Partitionen wiederherstellen oder defekte Partition reparieren (MBR neu schreiben und Partitionstabellen wiederherstellen).


Komplette Notfall-Systeme

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Bei Parted Magic handelt es sich nicht um eine Anwendung, sondern um eine Kollektion von Anwendungen, die auf einer Live-CD oder einem Live-USB Betriebssystem-unabhängig gestartet werden können. Es finden sich Anwendungen wie Clonezilla oder Partimage, mit denen Sicherungen oder Wiederherstellungen durchgeführt werden können. Es beinhaltet auch die Anwendungen, TestDisk und PhotoRec, mit denen Datenträger geprüft und gelöschte Partitionen sowie gelöschte Dateien wiederhergestellt werden. Schließlich auch viele weitere Anwendungen, mit denen man unter anderem verschiedene Dateisysteme lesen, sowie Datenträger partitionieren und formatiert kann.

Wie der Name schon klar stellt, handelt es sich bei der SystemRescueCd um eine Notfall-CD, die zur Datenrettung bei beschädigten Systemen genutzt werden kann. Mit dieser bootfähigen Notfall-CD lassen sich Dateisysteme und Partitionen sichern, wiederherstellen, bearbeiten, anpassen oder formatieren. Defekte Partitions-Tabellen und gelöschte Partitionen lassen sich wiederherstellen. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeiten Daten über das Netzwerk, Online oder auf andere Datenträger zu sichern. Da sie mit Linux ihr eigenes Betriebssystem gleich mitbringt, kann sie auf praktisch jedem Computer genutzt werden. Falls man keine CD brennen möchte, bietet der Anbieter auch eine Anleitung, wie man die Notfall-CD auf einem bootfähigen USB-Stick einrichtet.