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Bildbetrachtung


3DVor über 100 Jahren wurde das Photographieren noch regelrecht zelebriert. Es wurde großer Aufwand betrieben, um ein Motiv zu arrangieren und für die passenden Lichtverhältnisse zu sorgen. Auch die Belichtungszeiten, die nicht selten mehrere Minuten in Anspruch nahmen und die anschließende Entwicklung des Photos verschlangen zusätzlich Zeit. So dass ein fähiger Photograph an einem arbeitsreichen Tag vielleicht nur zwei oder drei Photos erstellen konnte. Heute sieht es da ganz anders aus. Man drückt auf ein Knöpfchen und die Kamera erledigt im Bruchteil einer Sekunde die ganze Arbeit. Kein Wunder also, dass sich das Aufkommen an Fotos drastisch gesteigert hat und selbst Hobby-Photographen schnell mal ein paar hundert Fotos im Vorbeigehen schießen.

Durch diese fortschreitende Entwicklung, hin zu immer mehr Bildern, verliert der Photograph auch immer häufiger die Übersicht. Um dabei der Flut an Photos wieder Herr zu werden, entstanden schon sehr früh spezialisierte Anwendungen, die sich darauf konzentrieren, eine schnelle sowie auch großflächige Sichtung des Bildmaterials zu bieten. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist dabei auch die Möglichkeit der Massen-Bearbeitung. Möchte man so zum Beispiel 1.000 Photos in der Größe halbieren oder in einem neuen Format speichern, müsste man diese mittels regulärer Bildbearbeitungsprogramme jeweils einzeln öffnen, ändern und speichern. Was einen nicht unerheblichen Arbeitsaufwand darstellt. Doch dank der spezialisierten Photo-Verwaltungs-Anwendungen, finden sich auch immer häufiger globale Funktionen, die sich voll automatisch auf eine große Gruppe von Bildern anwenden lässt.

Eine dieser Anwendungen ist die allseits beliebte Software IrfanView. Sich mit dieser kostenfreien Anwendung anzufreunden birgt zahlreiche Vorteile. Sie beherrscht nicht nur Massen-Bearbeitungs und -Konvertierungs-Möglichkeiten, sondern verträgt sich auch mit einer unglaublichen Fülle an Bildformaten. Sollte tatsächlich mal ein Format dabei sein, dass IrfanView nicht beherrscht, lässt sich dieses mittels Plug-in-Erweiterungen in den meisten Fällen nachrüsten. Neuerdings streckt IrfanView seine Fühler sogar nach Audio- und Video-Dateien aus. Kein Wunder also, dass sie zu den beliebtesten Anwendungen zählt, die der Markt für solche Zwecke bereithält. Etwas weniger bekannt, aber nicht minder attraktiv ist der FastStone Image Viewer. Er präsentiert sich teilweise funktionaler, dafür aber mit einer kleineren aber auserwählten Bildformat-Unterstützung. Denn er beherrscht zahlreiche RAW-Formate und kann damit auch professionelle Bild-Archive sichten und verwalten.

RAW-Formate

Wer mit dem Photographieren Geld verdienen möchte, wird nicht drumherum kommen, sich verstärkt mit RAW-Formaten auseinander zu setzen. Wie der Name schon andeutet, werden bei RAW-Formaten die Bilder im Rohzustand gespeichert. Sie gewährleisten eine unverfälschte Sicherung der Aufnahme; Einmal indem sie keine verlustbehaftete Komprimierung verwenden und zum anderen, indem sie keine Nachbearbeitung innerhalb der Kamera vornehmen (z.B. aufblasen der Farben, damit diese knalliger wirken, usw.). Darüber hinaus verwenden RAW-Formate bzw. entsprechende Kameras oft auch zusätzliche Farbinformationen,Rastergrafik und Vektorgrafik um eine höhere Genauigkeit pro Farbkanal zu bieten. Statt das nur 256 Helligkeitsstufen pro Farbe gespeichert werden (8bit), sichern RAW-Formate auch mal bis zu 16384 Helligkeitsstufen pro Farbe (14bit). Bei drei Farbkanälen ergibt sich somit - statt der üblichen 16 Millionen Farben (256 x 256 x 256) - eine Farbenvielfalt von theoretisch bis zu 4 Billionen Farben (16384 x 16384 x 16384).

Das klingt alles erst einmal unspektakulär, zumal diese Farbgenauigkeit gar nicht in der Praxis darstellbar ist. Selbst wenn sie es wäre, könnte kein Mensch einen Unterschied zwischen einem Bild mit 24bit Farbtiefe (8bit x 8bit x 8bit = 24bit) und einem Bild mit 42bit Farbtiefe feststellen. Doch deren Notwendigkeit zeigt sich sehr schnell, wenn man bei einfachen Bild-Formaten wie JPEG größere Änderungen vornehmen muss. So beispielsweise bei Änderung der Helligkeit oder des Kontrastes. Je größer die Änderungen, desto grober wird das verbliebene Farbspektrum. So etwas steigert sich ins Extreme, bis schließlich Spektren von nur Tausenden, Hunderten oder gar noch weniger Farben übrig bleiben. Ein Bild das jedoch von Anfang an sehr viel mehr Farbinformationen besitzt, kann diesen Verlust viel besser verkraften. So dass die Bearbeitung für den Betrachter im subjektiven Idealfall sogar verlustfrei wirkt. Zumindest ist jedoch ein größerer Spielraum gegeben, der nach Ende der Bearbeitung eine höhere Bildqualität verspricht.

Wer sich daher ein möglichst hochwertiges Endergebnis sichern möchte, sollte seine Bilder im RAW-Format photographieren und anschließend erst auf dem PC "entwickeln". Bei Verwendung eines möglichst farbtreuen TFT-Displays (z.B. mit IPS-, MVA- oder PVA-Panels), lassen sich die Aufnahmen viel besser kontrollieren, als auf den kleinen Sucher-Displays der verwendeten Digitalkamera. Auch braucht man sich auf diese Weise noch gar nicht fest zu legen, wie das Bild sein soll. Natürlich echt mit Original-Farben oder doch lieber knallig bunt wie sie im Marketing-Bereich gerne eingesetzt werden. Bedenken muss man lediglich, dass es keinen einheitlichen RAW-Standard gibt. Jeder Kamera-Hersteller favorisiert sein eigenes RAW-Format. So ist man gezwungen, sich möglicherweise mit mehr als nur einer Anwendung auseinander zu setzen; Speziell dann, wenn eine neue Kamera ins Haus steht und diese von einem anderen Hersteller stammt, als die vorangegangene Kamera. Es ist daher von Vorteil, wenn man sich gleich auf Anwendungen stürzt, die einen großen Teil oder bestenfalls sogar alle gebräuchlichen RAW-Formate unterstützten. Abgesehen von dem schon genannten FastStone Image Viewer bieten sich hier kostenlos das Rawstudio und das RawTherapee an.



Bildbetrachtungs und Verwaltungsprogramme

digiKam  : 

Die Anwendung digiKam steht für diverse Plattformen bereit und bietet eine ganz spezielle Form der Sichtung; Denn neben der klassischen Thumbnail-Übersicht sowie der Darstellung des Verzeichnisbaums, präsentiert DigiKam auch eine Weltkarte zur Interpretation von GPS-Informationen. Da immer mehr Digitalkameras mit GPS nachgerüstet werden können oder schon serienmäßig damit ausgestattet sind (unter anderem viele Smartphones) verfügen viele Bilder auch gleich über das Wissen ihres Ursprungs. So lässt sich dann bei Strandbildern auch gut erkennen, ob diese in der Türkei, auf Griechenland oder doch in Spanien geschossen wurden.

Elite-Freeware

IrfanView  : 

Nach der Installation von Irfanview erhält man zwei Symbole, die scheinbar zwei getrennte Anwendungen starten. Das eine ist der IrfanView selbst, als schnelle Betrachtungs- und Bearbeitungsplattform, bei der man von Bild zu Bild springt sowie bei Multipage-Formaten von Seite zu Seite. Ihre Stärke ist dabei die sogenannte Batch-(Stapel-)Konvertierung/Umbenennung, mit der sich eine vorgegebene Änderungen auf eine beliebig große Gruppe von Dateien anwenden lässt. Beispielsweise eine Umbenennung mit fortlaufender Nummer, Größenanpassung, automatische oder manuelle Farb-, Kontrast-, Helligkeits-Korrekturen und vieles mehr. Das andere Symbol ist der IrfanView Thumbnails, mit der sich eine großflächige Sichtung sowie Verwaltung realisieren lässt. Die eigentliche Besonderheit beider Programme liegt jedoch in der sehr umfangreichen Darstellungs-Anpassung. So gibt IrfanView dem Anwender nicht fest vor, wie es selbst auszusehen hat oder auf welche Weise es das Bildmaterial präsentiert. Viel mehr kann der Anwender sich IrfanView an seine Bedürfnisse anpassen und zwischen verschiedenen Darstellungen wählen. Interessant ist dies vorallem auch deswegen, weil sich je nach Bildmaterial die Anforderungen an die Art der Darstellung ändern können. Erwähnenswert ist noch, dass der IrfanView sich als kleiner kompakter Download anbietet. Wer jedoch die volle Funktionsvielfalt nutzen möchte, dem sei zusätzlich auch das IrfanView Plug-in empfohlen. Hierbei handelt es sich um einen separaten Download, der den schon installierten IrfanView um weitere Funktionen, Medienformate und Filter erweitert.

Shotwell  : 

Obwohl Shotwell auch RAW-Formate unterstützt, zählt es (noch) nicht zu den Anwendungen, die man einem Profi-Photographen in die Hand geben will. Dafür sind die gebotenen Funktionen einfach noch zu einfach und auch nicht zahlreich genug. Für Anfänger eignet sich Shotwell dagegen hervorragend, da es hinsichtlich der Verwaltung auch eine gute Eigenständigkeit an den Tag legt und dem Anwender Arbeit abnimmt. Gegenwärtig ist Shotwell aber leider nur für Linux verfügbar.

XnView  : 

Obwohl die Kommerzialisierung einer professionellen Ausführung von XnView gescheitert ist, wird XnView (und seine Ableger) noch stetig weiter entwickelt. Man unterscheidet dabei zwischen XnView, welches für jede Plattform eigens geschaffen wurde (Windows, Linux, MacOS) und XnView MP, welches für alle Plattformen (Windows, Linux, MacOS) auf den selben Quellcode und das selbe Look-and-Feel zurückgreift. Aus diesem Grund sollte man sich bei der XnView MP auch nicht von einer niedrigeren Versions-Nummer abschrecken lassen. Eine hohe Aktuallität ist bei beiden gegeben. Abgesehen von diesen beiden XnViews, gibt es darüberhinaus auch den NConvert, der als separate Anwendung für Konvertierungsaufgaben vorgesehen ist. Der Anbieter wirbt sogar damit, dass mit ihr über 400 verschiedene Formate unterstützt werden. Dies ist eine Fülle, die man selbst in diesem Bereich nicht oft antrifft.


Professionelle Vorbearbeitungs- und Verwaltungsprogramme

darktable  : 

Aus der althergebrachten Photographie kennt man die beiden Fachbegriffe Leuchttisch bzw. Lighttable (für Dia-Aufnahmen) und Dunkelkammer bzw. Darkroom (zum Entwickeln der Photos). Die Bezeichnung darktable setzt sich aus diesen beiden Begriffen zusammen, um zu demonstrieren, dass man dem Anwender beides bieten kann. Eine übersichtliche Sichtung des Bildmaterials, genauso wie auch die Nachentwicklung von RAW-Bildern. Verfügbar ist darktable für diverse Linux-Distributionen, in einer experimentellen Auflage auch für Mac OS X. Nur Windows Anwender kommen zu kurz. Dort bietet der Anbieter jedoch eine Linux-Boot-CD samt darktable an, mit der man (ein wenig umständlich) auch als Windows-Anwender noch in den Genuss dieser Anwendung kommt.

Wer es übersichtlich mag, erhält mit dem FastStone Image Viewer eine erfahrene und erprobte Software, die in einem Fenster die Verzeichnisstruktur, den Ordner-Inhalt und das Bild präsentiert. Auf diese Weise verliert man nie den Überblick und kann sich selbst durch übergroße Bildarchive bewegen. Dabei bietet der FastStone Image Viewer teilweise sogar eine größere Bearbeitungsfülle, als andere Verwalter. Er eignet sich dabei sehr gut für professionelle Anwender, da er die zahlreichen RAW-Formate verschiedener Digitalkamera-Hersteller unterstützt. Für angehende Profi-Photographen somit eine gute erste Wahl.

Rawstudio  : 

Beim Rawstudio dürfen sich Linux und MacOS Anwender freuen, wohingegen Windows Anwender enttäuscht werden. Allzu tragisch ist dies allerdings nicht, denn Rawstudio ist ein noch sehr junges Programm, dass den Großteil seiner Entwicklung noch vor sich hat. Erwähnenswert bleibt es dennoch, da es sich darauf spezialisiert große Gruppen von Raw-Bildern gleichzeitig zu bearbeiten. Eine Eigenart, die eigentlich der Natur der Raw-Format-Bearbeitung widerspricht, jedoch unter Umständen notwendig und hilfreich sein kann.

Elite-Freeware

RawTherapee ist ein Vorreiter im kostenfreien Raw-Berarbeitungs-Segment. Als Besonderheit gilt, dass er intern mit einer Farbtiefe von 16bit pro Farbkanal arbeitet. Auf diese Weise kann er die hohe Qualität selbst noch von bearbeiteten Bildern für eine weitere Bearbeitung erhalten. Dabei wird der Anwender nicht gezwungen, seine Bilder im TIFF Format zu speichern, denn RawTherapee beherrscht auch PNGs mit einer Farbtiefe von bis zu 48bit. Verfügbar ist RawTherapee für verschiedene Plattformen. Bei Windows unterscheidet man sogar zwei Ausführungen, mal für ein 32bit-Windows und mal für ein 64bit-Windows.

UFRaw  : 

UFRaw bietet eine breite Betriebssystem-Unterstützung (Linux, BSD, Mac OS, Windows, etc.). Es eignet sich daher sehr gut für Anwender, die an verschiedenen Systemen arbeiten und sich dennoch die gleiche Arbeitsumgebung wünschen. Eine Besonderheit von UFRaw dürfte auch sein, dass es nicht nur als Programm, sondern auch als Zusatzprogramm (Add-on) verfügbar ist und sich somit in bekannte Grafikbearbeitungsprogramme wie Gimp und CinePaint einbetten lässt. Dank DCRaw (ein freier Raw-Konvertierer) der in UFRaw eingebettet wurde, ist UFRaw in der Lage fast jedes RAW-Format zu lesen. Sollte aber dennoch eine RAW-Datei nicht unterstützt werden, muss man sich nur gedulden, bis eine neuere UFRaw Version erscheint, die entsprechend auf eine neuere DCRaw aufsetzt.