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3D-Bearbeitung


3D

Ein oft stiefmütterlich behandeltes Thema bei der Grafik-Bearbeitung ist ganz ohne Zweifel die Bearbeitung von 3D-Grafiken. Und das obwohl sich gerade in letzter Zeit viel zum Thema 3D getan hat. Monitore, Fernseher und Beamer erhalten zunehmend häufiger die Fähigkeit 3D-Darstellungen räumlich wahrnehmbar darzustellen. Grafikkarten sind mittlerweile von Haus aus 3D-Leistungsboliden. Selbst die einfache onBoard-Grafik muss hier nicht zurückstecken. Und auch Betriebssystem-Oberflächen gewinnen zusehends an räumlicher Tiefe. Dennoch halten sich Anwendungen, die 3D-Grafiken erstellen und bearbeiten können, in engen Grenzen. Problematisch ist dabei nicht einfach nur das relativ magere Angebot an entsprechenden Anwendungen, sondern auch die besonderen Voraussetzungen, die an den Anwender gestellt werden. Hier genügt es nicht über ein grundlegendes Talent für Grafikbearbeitung zu verfügen. Auch muss man ein gutes Verständnis für Räumlichkeit und Mathematik besitzen.

Aller Anfang erscheint schwer. Ist es aber nicht, sofern man sich für die richtige Anwendung entscheidet. Wer sich mit Video-Schulungen und Lernbüchern anfreunden kann, für den empfiehlt sich der Sprung ins kalte Wasser bzw. der Einsatz des mächtigen und funktionsreichen Blender. Er gilt schon seit Jahren als Referenz unter den freien 3D-Grafik-Anwendungen. Denn er bietet neben der 3D-Modellierung und dem Rendering, auch die Möglichkeit Animationen und Videos zu erstellen. Der Einstieg in Blender ist somit sehr nachhaltig, denn in den seltensten Fällen wird man neben Blender zu weiteren oder ergänzenden Anwendungen greifen müssen. Wer jedoch so einen großen Sprung scheut, kann auch mit einfacheren Anwendungen beginnen. Deutlich weniger beladen ist da zum Beispiel Wings 3D, welches einen besseren Funktionsüberblick erlaubt. Ebenfalls erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang der 3D Crafter (ehemals 3D Canvas). Denn hier sind praktischerweise die notwendigen Anfänger-Tutorials gleich im Programm integriert. Damit wird man nicht nur in diesem Programm geschult, sondern auch gleich in die Welt der 3D-Bearbeitung eingeführt.

Parallel zu komplexen 3D-Grafikprogrammen gibt es auch 3D Anwendungen, die sich nur auf einen Teilbereich konzentrieren, statt den Anwender mit einem Überangebot an Funktionen zu erschlagen. So werden große Anwendungen in kleinere Anwendungen aufgeteilt, die damit wieder neuen Freiraum besitzen, um sich weiter zu entfalten. Ein solches Programm ist Beispielsweise DAZ Studio. Anders als mit klassischen 3D-Grafikprogrammen kann man mit DAZ Studio keine 3D-Modelle erstellen, sondern lediglich vorhandene 3D-Modelle zu einer Szene arrangieren. Man bedient sich einfach vorhandener 3D-Bibliotheken (die gerne auch mitgeliefert werden) und sucht sich die gewünschten 3D-Modelle zusammen. Diese werden dann mittels DAZ Studio kombiniert, mit Texturen, Licht und diversen Effekten zu einer fertigen Komposition gerendert. Die Resultate findet man heutzutage oft auf Covern von Zeitschriften, Büchern, DVDs, CDs, ebenso aber auch als Animation in der Werbung, in Filmen oder im Internet.

Obwohl DAZ Studio sehr ansehnliche Resultate abliefert, ist es leider in vielen Aspekten nicht mit der rein kommerziellen Anwendung Poser vergleichbar. Denn anders als wie beim Poser findet sich beim DAZ Studio leider keine physikalisch korrekte Wiedergabe, die dem Resultat mehr Realität und somit mehr Natürlichkeit verleihen kann. Auffällig ist dies besonders bei Charakterabbildungen, wo Haare und Kleidung auf den Körper fallen bzw. kollidieren müssen oder sich auch gravitationsecht wiedergeben sollen. Was also beim Poser schon seit Jahren praktisch vollautomatisch bewerkstelligt wird, muss beim DAZ Studio leider noch manuell per Hand nach bearbeitet werden. Davon sollte man sich - vornehmlich als Anfänger und auch als Semi-Profi - nicht abschrecken lassen. Das Funktionsangebot von DAZ Studio ist trotz allem gewaltig und die Resultate verstehen es zu überzeugen.

Sehr praktisch ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass die Firma DAZ Productions, mit der Anwendung Bryce noch eine weitere kostenfreie Anwendung bereitstellt. Bei Bryce handelt es sich um einen Landschaftsgestalter, der malerische Landschaften, gewaltige Ozeane und erhabene Berge aus dem Nichts zaubern kann. Und da man seit Version 5.5 die Resultate aus DAZ Studio und Bryce kombinieren kann, erhält man auf diese Weise den passenden Hintergrund für seine Kreationen. Abschließend sei noch erwähnt, dass die kostenfreie Nutzung für DAZ Studio sowie für Bryce leider nur auf den privaten Gebrauch begrenzt ist. Wer den kommerziellen Einsatzzweck anvisiert, kommt bei diesen beiden Anwendungen nicht drumherum Geld auf den Tisch zu legen.



3D-Grafik-Bearbeitungs-Anwendungen

Der 3D Crafter (ehemals 3D Canvas) ist besonders gut für Einsteiger geeignet, denn er verfügt über ein integriertes Tutorial, dass den Anwender Schritt für Schritt in die 3D-Bearbeitung einführt. Wem die vorhandenen Tutorials nicht ausreichen, der findet auf der Seite des Anbieters noch weitere. Lauffähig ist der 3D Crafter auf jedem modernen Windows (ab XP).

Elite-Freeware

Blender  : 

Die wohl mächtigste Anwendung unter den freien 3D-Grafik-Bearbeitern ist zweifelsfrei Blender. Hier bekommt man alles aus einer Hand. Ob man nun einfache 3D-Modelle und 3D-Grafiken erstellen will oder ob man ganze 3D-Spielfilme drehen oder 3D-Computerspiele umsetzen möchte. Bei so vielen Funktionen gestaltet sich der Einstieg aber sehr ehrfurchtsvoll. Da ist es auch kein Wunder, dass gerade für Blender zahlreiche Literatur im Sachbuchmarkt bereit liegt.

Bryce  : 

Bryce ist ein hervorragender Landschaftsgestalter, der schon vor 10 Jahren sehr beeindruckende Ergebnisse liefern konnte, die seiner Zeit weit voraus waren. In der aktuellsten Version sollten fotorealistische Darstellungen kein Problem sein. Zwischenzeitlich wurde das Programm weiter gereicht von einem Hersteller zum nächsten und ist damit in Funktion und Qualität gewachsen. Aktuell liegt es bei den DAZ Productions vor Anker und wird dort für die private Nutzung kostenfrei angeboten.

DAZ Studio ist ein sehr gutes 3D-Kompositions- und Animationsprogramm. Mit ihm lassen sich vorhandene 3D-Modelle in Szene setzen, um 2D-Bilder oder Animationen zu generieren. Der praktische Nutzen ist sehr groß, zumal DAZ Studio bei seinen Animationen auch kleine Featuers wie Lippen-Synchronität bietet. Und da es für die private Nutzung kostenlos angeboten wird, eignet es sich gerade für Einsteiger ganz gut, die schnelle Resultate sehen wollen. Passend dazu sollte man sich auch Bryce ansehen, der für DAZ Studio als Landschaftsgestalter die umliegende Welt bereitstellt.

DeleD CE ist erst seit kurzem in die OpenSource-Szene eingetreten. Ursprünglich war es ein kommerzieller 3D-Modellierer der einer eigenen 3D-Spiele-Engine als Level-Editor dienen sollte. Da dies offensichtlich nicht zu dem gewünschten Erfolg führte, wurde die Kompatibilität des 3D-Modellierers gesteigert, um mit anderen 3D-Anwendungen sowie 3D-Engines zusammen zu arbeiten. Auch hier blieb der kommerzielle Erfolg aus, weshalb nun DeleD als Community Edition kostenfrei angeboten wird. Er eignet sich gut für Anfänger und besitzt eine hilfsbereite Community.

K-3D  : 

Obwohl K-3D neben 3D-Modellierung auch Animationen erlaubt, ist es unter den angebotenen Lösungen leider kein Überflieger. Die gebotenen Resultate entsprechen schon lange nicht mehr der Norm und auch scheinen die Entwickler ihr Produkt zu vernachlässigen. Wer aber dennoch einen Blick riskieren möchte, wird sich zumindest über das große Plattform-Angebot freuen, dass neben Windows, Mac OS auch Linux und FreeBSD einschließt.

SketchUp  : 

Google SketchUp ist ein von Google bereitgestellter 3D-Modellierer. Anders als die meisten anderen Google-Anwendungen ist dieser nicht online nutzbar, sondern muss heruntergeladen und installiert werden. Ebenso gilt hier, dass nur die einfache Version kostenlos angeboten wird. Die Pro-Version ist dagegen kostenpflichtig. Verfügbar ist SketchUp wahlweise für Windows sowie für Mac OS X. Er eignet sich vornehmlich zum modellierten von 3D-Objekten, die in andere Google-Plattformen integriert werden sollen (wie zum Beispiel Google Earth). Gleichzeitig bietet er aber auch Export-Funktionen, damit die Objekte in andere 2D- und 3D-Anwendungen übertragbar bleiben. Diese sind jedoch der kommerziellen Pro-Version vorbehalten.

Terragen  : 

Die Anwendung Terragen ist ein Landschaftsgestalter, der lediglich für die private Nutzung eingeschränkt kostenfrei zur Verfügung steht. Wer diese umfangreichen Einschränkungen aufheben will (z.B. sehr geringe Rendering-Auflösung) oder wer einen kommerziellen Einsatzzweck anstrebt, muss leider zu einer kostenpflichtigen Lizenz greifen. Daher verwundert es nicht, dass viele Anwender lieber erst zur Anwendung Bryce greifen.

trueSpace  : 

trueSpace ist ein lange gereifter 3D-Modellierer, der schon auf über 30 Jahre Entwicklung zurückblicken kann. Ursprünglich wurde diese Anwendung von Caligari entwickelt, bis schließlich Microsoft dieses Unternehmen aufkaufte. Momentan wird trueSpace als kostenlose Anwendung zum download angeboten. Da allerdings Microsoft die finanzielle Unterstützung in Frage stellt, könnte es sein, dass diese Anwendung schon bald in der Versenkung verschwindet. Mit DirectX9 Unterstützung ist er allerdings noch recht modern und es gibt zu ihm auch zahlreiche Video-Kurse und How-To's, so dass er sich zumindest als Einstiegs-Anwendung in die Welt des 3D anbietet.

Wings 3D  : 

Wings 3D legt großen Wert auf eine einfache Bedienungsführung. Daher eignet es sich auch vornehmlich für Einsteiger die keine große Funktionsvielfalt und stattdessen einen einfachen und schnellen Einstieg in die Materie wünschen. Verfügbar ist es für Windows, Mac OS und Linux.


Sonstige 3D-Programme

Elite-Freeware

Der David Laserscanner ist eine kostenlose Anwendung mittels der man Objekte dreidimensional einscannen kann. Um den Anwender nicht in Unkosten zu stürzen, verwendet diese Software Alltags-Hardware zum einscannen der Objekte. Zur Auswahl gibt es gegenwärtig zwei Methoden. Bei der ersten Methode benötigt man eine Laser-Wasserwaage und eine Webcam. Während man nun mit der Laser-Wasserwaage die Objekte beleuchtet, zeichnet die Webcam die Beleuchtung auf und ermöglicht der Software die Berechnung eines 3D-Modells. Die zweite Methode ist etwas einfacher, dafür aber teurer. Hier benötigt man neben der Webcam einen Projektor (Beamer). Während der Projektor das Objekt mit Strukturgrafiken beleuchtet, zeichnet die Webcam erneut auf und die Software berechnet daraus das 3D-Modell. Letztere Methode ist insofern einfacher, da man hier mit einem Maus-Klick Objekte einscannen kann. Gleichzeitig ist sie aber bei kleinen Objekten nicht praktikabel und auch muss der Raum gut abgedunkelt sein. Die Resultate sind in beiden Fällen bei weitem nicht perfekt. Doch dank der zusätzlichen Anwendung Mesh2Flash, die ebenfalls kostenlos angeboten wird, lassen sich die generierten Modelle in eine Webseite integrieren und vom Betrachter bewegen.

DIALux  : 

Bei DIALux handelt es sich um eine kostenfreie 3D-Software zur Lichtplanung. Mit ihr können sehr professionelle Innen- und Aussen-Beleuchtungen von 3D-Szenen durchgeführt werden (z.B. für eine Raum- oder Flächenplanung). Ebenso gestattet sie damit auch eine Energiebewertung der verwendeten Leuchten. Möglich wird dies unter anderem durch die breite Unterstützung vieler großer Leuchten-Hersteller, die diese Software mit aktuellen Informationen ihrer Leuchtmittel sowie div. Plugins unterstützen.

Kerkythea  : 

Bei Kerkythea handelt es sich um eine freie Rendering-Engine, die dank Export-Features für Blender, 3DS MAX und andere 3D-Modellierer, die dort erstellten Szenen rendern kann.

Nicht nur für Kinder bietet LEGO den LEGO Digital Designer. Mit ihm lassen sich am PC oder am Mac mittels Lego-Bausteinen alle möglichen Kunstwerke kreieren. Geboten werden dabei nicht nur die klassischen Bauteile, sondern praktisch alles was das gewaltige LEGO-Universum her gibt. Wem sein eigenes LEGO-Modell zusagt, kann dies dann bei LEGO als personalisierten Bausatz bestellen. Es steckt also ein kommerzieller Gedanke dahinter, doch dafür ist die Software gratis.

LuxRender  : 

Eine weitere freie Rendering-Engine ist LuxRender. Sie bietet eine breite Unterstützung da sie zum einen auf Windows, Linux sowie Mac OS lauffähig ist und darüber hinaus auch Exporter für viele bekannte 3D-Modellierer bereitstellt. Darunter Blender, Poser, Cinema 4D, DAZ Studio und 3DS MAX.

POV-Ray  : 

Hierbei handelt es sich um die wohl bekannteste kostenfreie Raytrace Rendering Engine. Ihre Bekanntheit verdankt sie vor allem ihrem früheren Einsatz als Benchmark. Seit der Einführung von Mehrkern-Prozessoren geriet sie allerdings etwas in Vergessenheit. Ab der Version 3.7 soll allerdings eine Multi-Threading-Unterstützung hinzu kommen, wodurch sie sich dann wieder zeitgemäß präsentieren könnte. Und das nicht nur als Benchmark.

Wie der Name schon andeutet, dient der StereoPhoto Maker der Erstellung und Betrachtung stereoskopischer Bilder. Die Anwendung ist sehr ausgereift und bietet auch umfangreiche Möglichkeiten. Wird aber dennoch als Freeware angeboten.

Der StereoMovie Maker ist der kleine Bruder des StereoPhoto Makers. Er ist noch recht neu, bietet aber schon zahlreiche Möglichkeiten zur Bearbeitung von stereoskopischen Videos. Dabei werden fast alle bekannten Formate unterstützt.

YafaRay  : 

Ursprünglich war YafaRay in der 3D-Grafik-Anwendung Blender integriert. Mittlerweile hat sich der freie Raytracing Renderer jedoch davon gelöst und ist neben Blender auch für andere Modellierer nutzbar. Er rendert Bilder und Animationen in wirklich bemerkenswerter Qualität, ist stets aktuell und erfreut sich daher großer Beliebtheit.